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NEWS Mai 2008 - Sept.2008
 
29.Sept.

Wenn man im Schwabenland davon redet, wie toll diese Schramberger Walckerorgel sein soll, so kann ich da nur einen überbordeten Provinzialismus feststellen, der eigentlich darin gipfelt, dass das wesentlich bessere Instrument einige Meilen weiter im Norden zu finden ist, in Hoffenheim, wo man jetzt in der Bundesliga spielt, und wo kaum Orgelaufnahmen zu finden sind, weil die marktschreierischen Kräfte sich dort eben am Fußball statt an der Orgel orientieren. Das verstehe ich unter Konsumismus: man will Marktorientierung statt Qualität. Jede schlecht gewartete Walcker-Orgel im Ausland hat diese Qualität immanent dadurch, dass die ursprüngliche Klangkonsistens erhalten blieb, während man hierzulande das MP3-Dauerhörersyndrom in Lautstärke und Plattheit der gerade führenden Firmen auf das alte Klanggut drauf geknallt hat, und so nichts mehr von den feinen zarten Klängen übrig bleibt. Reine Ingenieur-Intonation, wo mit Fourieranalysen und anderen Aftersymboliken an der Orgel herumgehampelt wird, um deutlich zu zeigen wie up-to-date man ist, während Andere ihren Halt im Schmieden von Holznägeln den Sinn des elendigen Orgelbauerlebens erblicken. Gerne wäre man ja bereit einen goldenen Mittelweg zu zeigen, aber wir sind ja heute post-neo-individuell - anything goes, wie Feyerabend gesagt hat. Und so funktioniert nicht mehr die Frage nach der "Qualitas occulta", die noch Lichtenberg stellte. Kunst, und besonders die Orgelbaukunst kann ohne diese entscheidende Frage nie auskommen. Und wer Orgelbau und Kunst nicht zusammenführen will, zerstört eigentlich die oberste Maxime des Orgelbaus. Das sollten sich alle diejenigen, die Orgel bauen und die Orgel spielen wollen ein für alle mal merken. Wer nur Informatiönchen hin- und herschieben will, da ein Filmchen und dort ein mp3-file, und hier gibt es wieder eine neue Gemeinheit von dem und jenem...; alles Dinge an die sich nur der gemeine Dummkopf orientiert: an der Quantitas statt  an der Qualitas. Leider hat man bei uns diese tiefen Gedanken zu jenen Begriffen durch den momentan vorherrschenden Materialismus restlos zerstört. Die Priester des Materialismus, ei wie billig, man kommt im Deutschen Orgelbau nicht mehr ohne sie aus. Irgendwann schlägt das Pendel zurück, und dann Gnade uns Gott, was werden wir für ein Geschwafel an Orgel-Esoterik über uns ergehen lassen müssen. (gwm)

26.Sept.

Man kann darüber streiten, ob das intellektuelle Niveau, wie es Eggebrecht in den Orgelbau hineingetragen hat, schädlich oder förderlich für eine solche Sache ist. Nicht streiten aber kann man darüber, wenn man aus dem heutigen Orgelbau eine Sache für Altennachmittage macht, an der nur noch periphere Randgebilde, die man geistig gerade noch so fassen kann, ohne die GDO-Klientel zu verprellen, schön gemalt an Biedermeier-Wänden projiziert wird. Also wo das Gruppen-Grunzen primäre Leitlinie darstellt und ein Forschungsauftrag, wie er der Walcker-Stiftung obliegt, überhaupt nicht mehr zur Diskussion steht. Hier leuchtet prismenartig auf , wie es um den heutigen Orgelbau steht: eine große, kritiklose graue Brühe, die Anpassung zum Konsum sucht oder darin aufgehen will. Wohl sind "Kritik", "Orgelbau", "Kirche" und "Historie" Begriffe, die sehr schwer unter eine Schirmherrschaft zu bringen sind. Noch schwieriger ist es langfristig in einer erfolgreichen Dialektik bestehen zu können, während keine produktive Kirchenmusik mehr am Werken ist - was ja in den 1968-Jahren noch der Fall war. Aber wenn Forschung zu auflockernden "Senilitätsübungen" verkommt, ist das Ende nah - oder es ist schon vorüber, und wir sind alle tot und wissen es nur noch nicht. (gwm)

Skype: es ist heute  für uns schon nichts besonderes mehr von Bukarest aus eine Konferenzschaltung zu Frau nach Deutschland, Sohn in die Schweiz und anderem Sohn im Nachbarzimmer in Bukarest zu schalten. Eine Besonderheit aber erlebte ich vor wenigen Minuten, als ich nach Guatemala telefonierte. Dort den Sohn erreichte, der gerade mit seiner Mutter in Mallorca per Skype kommunizierte, die ich dann ebenfalls per Skype erreichte und so wieder ihren Sohn am Bildschirm und am Telefon hatte. Irgendwie hatte Kant recht: es gibt weder Raum noch Zeit?! Alles Einbildung.

20.Sept.

In Zeiten, in denen Milliarden Dollar wie Peanuts gehandelt werden, in denen, wie die Deutsche Richterzeitung bemängelte, EU-Recht mehr und mehr dem Wettbewerb angeglichen wird, und somit klar wird, dass in faulen Systemen die Unanständigkeit des Systems immer mehr Menschen vereinnahmt und frisst - 8000 Familien täglich, die in den USA Haus und Herd verlieren; also in Zeiten, wo man schon bei vorsichtiger Erwähnung von Moral mitleidig belächelt wird oder gar als  nicht mehr zurechnungsfähig gehandelt wird, da ist es besonders vorteilhaft gerade die eingeschlagenen Richtungen verlassen zu können, um wieder eine völlig andere Perspektive einzunehmen: statt Südosteuropa, nun Mittelamerika, statt Elektropneumatik, mechanische Barker. Wie hier bei unserer nächsten Arbeit, die dieses Jahr noch abgeschlossen werden muss. In San Jose in Costa Rica wartet eine Schyven Orgel mit 36/III und eine Familie Miller in Tres-Rios auf unsere Ankunft und 4-6 wöchige Arbeit lauert im Hinterhalt. Dazu jeweils 30 Stunden Hin- und Rückreise. Hier einmal eine Vorabinfo mit Bild und Dispo.

16.Sept

weitere Musikstücke auf unserer Bunk-Orgel-Seite: Buttmann spielt Guilmant, 7.Sonate und Weiteres

Karpow im Atheneum: gestern ein legendäres Match, 20 Bretter gegen den ehemaligen Weltmeister, der alle schon nach zehn Zügen auf Verlust stehen ließ. Als altem Clubspieler des SV Saarbrücken hat es mich schon in den Fingern gejuckt anzutreten, aber die Orgelei hat meine Schachkonditionen wohl restlos zunichte gemacht.

www.jeuxdorgues.com I updated my website with free pipe organ soundbanks for Soundfont, Hauptwerk, MyOrgan, JOrgan, Kurzweil, VSampler, etc. The download links are now updated : it (re)works now ! Tell me what you think about the new website! Joseph Basquin

Winners Grand Prix de Chartres 2008: Saki AOKI (Japan)  Grand Prix d´interpretation, Prix du Public, Prix Gaston Litaize) Jena-Willy KUNZ (France) Second Prix d´interpretation David FRANKE (Germany) Grand Prix d´improvisation no 2nd Price improvisation

Winners Competition Erfurt-Weimar-Merseburg Ulrich Walter (Germany)   1st price and Messiaen-Price

Andrew Dewar (GB)  2nd price and Reubke-Price Lukas Stollhof (Germany) 

Congratulation to all winners!!   Info by www.ORGANpromotion.org

Canberra/Australien: das letzte Mosaiksteinchen um unsere Arbeitsplanung nächstes Jahr festzuzurren ging heute in Form einer Autragserteilung ein. Mit Sinaia/Romania, Guatemala City, Tomintoul+ Inveravon/ Schottland und Canberra und weiteren Aufträgen auch in Deutschland sind wir im nächsten und übernächstem Jahr weitgehend mit Aufträgen versorgt. In Australien erwartet mich eine hochmotivierte Kirchengemeinde und natürlich große Abenteuerlust endlich den 5ten Kontinent nicht nur organol erforschen zu können. Da werde ich mir mindestens zwei Wochen Zeit nehmen, dieses Land zu erkunden.

Freiburger Walcker in Moabit: was macht denn diese Walckerorgel aus Freiburg in Moabit? Wie kam das Ding dort auf die Empore? Wer weiß was?

14.Sept

Das Video muss man gesehen haben. Die Bilder von Orgel und Sound wurden natürlich von unseren Seiten geklaut, aber was man da noch anglosächsisch dazu konstruiert hat, ist bemerkenswert. Folgende Mail erhielt ich heute von einem Direktor der größten Orgel der Welt: I had an opportunity to read and listen to an old recording, (The Walcker organ in the Kongresshalle Nurnburg) on Youtube (http://www.youtube.com/watch?v=W33Nn0jRd7Y&feature=related) Beautiful design. I am a director of the Atlantic City Convention Hall Organ Society ( www.acchos.org) . We are trying to get the organ restored. It will be a very big task. Antoni Scott (alles bereits wieder aus Bukarest übermittelt gwm)

Die Orgel ein Gesellschaftsproblem? - ein Antwortschreiben an einen jungen Organisten auf unserer Reinoldi-Seite, die zugegebenermaßen radikal ist, aber berechtigte Zweifel an einer seltsamen Gesellschaftsform aufwirft.

Morgen geht es wieder los in Richtung Romania, wo nun auch die Temperaturen drastisch in Richtung Herbst gefallen sind, um hier unseren finalen countdown durchzuführen. Dabei werden wir erstmals mit Schichtbetrieb konfrontiert werden.

 Wir suchen dringend Hinweise, wo man gute Orgelmusik-Midifiles herunterladen kann, um diese in Bukarest auszuprobieren. Weiterhin wollen wir ORGELMUSIK aus RUMÄNIEN vorstellen. Hierzu dient vor allem der neu in der Edition Musik Südost erschienene Band der jetzt von Frank Metz herausgegeben wurde. Hier erfahren wir, dass Orgelmusik während der Stalinära vollkommen verboten war und erst wieder ab 1964 eine zaghafte Wende eingekehrt ist, die mit Aufführungen an der Walcker-Orgel im Atheneum begann. Helmut Plattner gründete zu jener Zeit eine Orgelklasse im Bukarester Konservatorium, die er bis zu seiner Auswanderung leitete. Für einige Jahrzehnte war dies die einzige Möglichkeit, in Rumänien Orgel zu studieren. Die meisten der von Frank Metz gesammelten Orgelwerke erlebten im Athenäum oder in der St. Josephskathedrale ihre Uraufführung - und dies in vollem Saale respektive in der überfüllten Kirche. Bis zum Sturze Ceaucescus durften diese Orgelstücke nicht in Rumänien verlegt werden.

Ich habe den kompletten Band mit Orgelnoten an Olivier Schmitt geschickt, mit der Bitte daraus ein paar schöne Stücke herauszusuchen, die er demnächst an der fertig restaurierten Orgel im Atheneum in Bukarest einem ausgesuchten Publikum vorspielen könnte.  Hierzu dürfen auch unsere Internetgäste gespannt sein, weil wir diesen Vortrag auch auf unseren Seiten als mp3-files zur Verfügung stellen. Hier eine Übersicht über das Notenmaterial: Andante religioso - George Enescu; Meditation - Scarlat Fotino; Choral - Achim Stoia; Ave Maria - Josef Paschill; Choral und Fuge - Valentin Gheorghiu; Phantasie, Choral und Fuge - Alfred Mendelsohn; Kaleidoskop - Richard W.Oschanitzky; Drei festliche Stücke - Alfred Mendelsohn; Abendlied - Tudor Ciortea; Drei Orgelstücke - Walter M. Klepper; Praeludium - Daniel Succeava;  In Festo s. Gerardi - Daniel Succeava; Partita - Tudor Ciortea; Lobt Gott Ihr Christen - Andreas Porfetye; Audi Beningne Conditor - Andreas Porfetye; Terra Tremuit- Andreas Porfetye; Zweite Partita - Tudor Ciortea; Interludium - Zeno Vancea; Choral - Alexandru Pascanu; Drei kleine Präludien - Gheorghe Firca; Meditationen zum Palmsonntag - Franz Metz;

Dieburg Stadtkirche : während einer Pflege spielt uns Werner Utmellecki eine ganz außergewöhnliche Variante von "ein Männlein..." mit dem vor einigen Jahren im Rückpositiv eingebauten "Cromorne 8'" vor (hier als mp3-file). Heute findet dort abends übrigens ein Konzert mit Willibald Guggenmos, Domorganist an der Kathedrale in St. Gallen, statt.

11.Sept.

Genau vor vier Jahren habe ich hier auf meinen Internetseiten einen Aufsatz hochgeladen, in dem ich eine, wie mir schien, "göttliche Erleuchtung" weiterreichen wollte, an ein Internetpublikum, das es kaum beachtet hat. Keine Resonanz, mit Ausnahme eines Orgelbauers, der mir dazu gratulierte. Das Internetpublikum hat sich zwischenzeitlich gewandelt - oder die Bandbreite der Zugriffstreffer ist umfassender geworden, weil sie deutlich übers Orgelspezifische hinausgeht.

So erhalte ich Kommentare von einem Wissenschaftler, der mich aufforderte, weiter auf diesem Gebiete tätig zu sein. Wobei gedacht ist, anders als es eben Wissenschaften tun, mit einem freizügigen Maß an Spekulation heranzugehen an die Frage: Wieweit Harmoniebedürfnis des Menschen geschichtlich nachweisbar ist und welche Mittel dazu aufgewendet wurden. So wie ich das in dem genannten Aufsatz : Orgel und Zahl - und das Jahr 1872- Eine Betrachtung über die Zeit, als das Fußmaß gegen den Meter getauscht wurde - bereits vorformuliert habe. Auch in den beiden Aufsätzen: Die Wiederkehr der Proportion (1)  und Die Wiederkehr der Proportion (2) wurde dieser Gedanke des Harmoniebedürfnisses aus der Perspektive eines Orgelbauers aufgegriffen und vor allem gegen die "Moderne Auffassung" und damit dem Verlassen "eines möglichen Heilsweges" oder einer utopischen Weltsicht gerichtet, sind Hinterfragungen angestellt, wie sie eben heute nicht üblich sind. Auch hier erhielt ich von einer Schweizer Uni gute Zensuren (die Schweiz, mir sympathisch als das einzige Land auf dem Kontinent, das TV-Sendungen über Philosophie produziert!).

Meine Antwort dazu ist, ich glaube nicht, dass ich den Weg dieser Ästhetik noch einmal gehen werde. Er ist schön und auch bequem. Was wir aber für die Zukunft brauchen sind andere Dinge.

Zugefallenes Symbol auch, das sich heute wiederholende Datum der Twin-tower-Attacke, das wie jeder Pythagoreer weiß, eine zentrale Zahlenkombination aus der Tetraktis darstellt. (2:1, 11:9) wobei 12:9 das der Harmonie, 11:9, das der völligen Disharmonie ist. Beide liegen nebeneinander, wie die Zahl "Jesus" und die der "Schlange" oder harmonischer und disharmonischer Intervall. Und diese Tafel der Tetraktys gab es lange vor den semitischen Büchern, die Vergleichbares offenbarten.

06.Sept.

Für alle, die nach zwei Tagen Stillhalten auf unserer Internetseiten gleich Protest anmelden: nach einer Reise vom Land der 35 Grad Celsius ins kalte teutsche Land, um dort gleich ein paar Pflegen durchzustehen, hat man nach der Lektüre "Michael Hampe - kleine Geschichte des Naturgesetzbegriffs" und das herausragende "André Glucksmann - Das Gute und das Böse", das man als Deutscher unbedingt gelesen haben muss, kaum Zeit für die notwendige Oberfläche gefunden. Aber auch vertrocknete Orgelliteratur hat den Weg gefunden uns zu erklären, dass es im Orgelbau nichts mehr zu sagen gibt. Ein Fachgebiet das als Hauptziel seiner ganzen Entwicklung angibt, mit modernsten Methoden einen Zustand zu erreichen, wie er vor 200 oder 300 Jahren war, ist so trübe und tot, dass es keiner weiteren Erklärung mehr bedarf.  Dafür erhielten wir aber eine Masse an OrgelCD's, bei denen ich bisher noch nicht die Genehmigungen zum Onlinebereitstellen habe, außer der Schelllackplatte "Alfred S. spielt die Walcker-Orgel in HH-Michaelis", die wir mit eigener Internetseite präsentieren werden. Von Do-Reinoldi, wo man scheinbar mit perfidesten Methoden alle bange machen will, die sich unserer Meinung anschließen, kam ein Schreiben vom Denkmalamt, dass unser Antrag ordnungsgemäß bearbeitet wird und Entscheidung darüber ansteht.

Im nächsten Jahr jedenfallls sind wir bereits weitgehend ausgebucht, darunter im rumänischen Sinaia, in Guatemala für 3 Monate, in Schottland, in Australien, in Spanien und in Portugal, wobei jetzt schon klar ist, dass manches Projekt ins 2010 hinüber geschoben wird. Ein kleiner Rahmen in dem Freiheit stattfinden kann.

Am 4./5. Oktober08 habe ich Gelegenheit die schon berühmte Luftkissen-Orgel des Claudius Winterhalter in seiner Werkstatt zu sehen, die dann nach Alpirsbach installiert wird, weil dort nämlich das Orgelbaumeister-Treffen OB40 aus dem Kurs 1976 stattfindet. Neben vielen Orgelbauerfreunden zu treffen, bin ich auf dieses Treffen sehr gespannt und versichere jetzt schon, gute Bilder und Stories davon hier erzählen zu können.

Es gab und gibt nun weitere Orgelprojekte, wo vergleichbare Kulturschändungen stattfinden wie in Do-Reinoldi. Hier sind wir gerne bereit unsere Erfahrungen weiter zu geben. Können aber aus Zeitmangel kaum auf das eine oder andere Projekt mit auf springen. Die Schwierigkeiten, die auftreten, wenn man gegen eine landläufige Meinung antritt, um dann im Hintergrund verleumdet zu werden, sind durchzustehen. Das erst macht eine gerade Linie gerade. Wer glaubt, das sei mit ein paar schönen Internetsprüchlein getan, der irrt sich. Plötzlich hat man einen Teufel von Dinosaurier an der Angel und wäre froh, das ganze Ding würde wieder im Meer verschwinden. (gwm)

 

Über die Ästhetik anglo-sächsischer Spieltische, insbesondere der, welcher ins Stockholmer Stadthus eingebaut wurde. Darüber wird zu philosophieren sein. Auch darüber, unter welchen ästhetischen Gesichtspunkten unsere heutige "Spieltischkultur" auf dem Kontinent leidet (Ergonomie). Der Grund auf dem alle Ästhetik aber wurzelt, das ist eben der schaffende Künstler, der komponierende Genius, und weniger der Interpret, der ja nur vorhandene Substanz deutet.

31.Aug.

Wieder Fernsehaufnahmen im Bukarester Atheneum: wobei sich, wie viele unser Orgel+Internetfreunde, so auch die Redaktionäre von TV1ROMANIA frugen: wann seid ihr denn endlich fertig, und bekommt ihr das alles überhaupt noch hin? Sachte, sachte, heißt es da. Es gibt Licht und Dunkel. Wobei das Licht, sprich die Sonne momentan überwiegt: unser Terminplan steht und wurde um rund 5 Wochen verlängert auf Ende Oktober 08. Damit wäre unsere ursprüngliche Planung mit 15 Monaten Gesamtaufwand exakt eingehalten worden. Das Dunkel hingegen beredet man nicht, sondern kämpft es an der Materie ab. Wir hätten gerne ein paar weitere Register hier wieder mit Ton- und oder Filmschnitten vorgeführt, aber seit über 6 Wochen herrschen in der Orgel rund 32° Celsius. Das heißt, nach Ende der Arbeit rast man aus dem Stand heraus ins klimagekühlte "second-life". Heute nun war der erste Tag mit 28°---- total erfrischend! Tendenz anhaltend. Kommende Woche werden wir nach drei Monaten Rumänienaufenthalt für ein paar Tage Deutschlandluft inhalieren, sofern der Flieger nicht mit Umkehrhub startet.

 

Karl Richter an der Walcker-Orgel im Salzburger Mozarteum, Händel - Orgelkonzert. Eine Aufnahme in YouTube, die hervorragend die klanglichen Eigenschaften dieser Orgel zeigt. Es wird dieses Leben nicht mehr dazu reichen, jener Zeit nach zu trauern. Aber allein schon dadurch, dass diese zimbeligen, immer leicht verstimmten Mixturen heute fast restlos aus allen Orgeln, wo noch Konzerte statt finden, verschwunden sind, verursacht, dass diese Instrumente zu Exoten werden, die irgendwann zu Mutieren beginnen, und am Ende Bedürfnisse erwecken. Wie ungeheuer weich, fast gesättigt, klingen dagegen jene Aliquotstimmen aus Orgeln der 50er Jahre und noch mehr diejenigen der 30er. Eigentlich haben wir nach dem II.WK jedes Jahrzehnt mit eigener Feinsinnigkeit: 50=sehr fein, 60=gröber, 70+80=differenzierter, 90=laut, 100=brutal ..., was kommt, will manch einer nicht mehr wissen.

Redundant Pipe Organs: M128, Whiteley, Chester, 1890, II/10, tracker, Ped pneumatic - Kirche wird im Herbst abgerissen;  M136, Benson?, 1870, II/11, tracker, Kirche wird in nächsten Tagen wegen Baufälligkeit abgerissen. Und es gibt eine M137, Boardman?, II/10stops, die wegen Schließung der Kirche frei wird.

endlich: aufblasbare Kirche. Wir alle wissen es, die Kirche hat ein Problem: Sie leidet unter Schwund. Darum macht sie nun auf trendy. Früher war es noch so, wer einen Brief aufgeben wollte, der ging zur Post, wer einen Schreiner brauchte, der ging zum Schreiner, wer eine Orgel brauchte ließ in Ludwigsburg fabrizieren, wer verzweifelt war, der ging zum Pfarrer (spätestens nach der Orgelweihe!). Heute heißt die Post DHL, Hermes, Pin oder Ups, der Schreiner heißt Ikea, der Orgelbauer ist Kisselbach, Johannus oder Ahlborn, und bei Verzweiflung schlägt man meist direkt ohne Beistand auf den Drucker ein. --- Kirche wirkt heute auf die Meisten wie das Hirschgeweih, das man nach Omas Tod auf den Dachboden gebracht hat. Wegwerfen will man's halt auch nicht. Daher ist der aufblasbare Gedanke (nach der Messe um 11Uhr30 wird die Luft wieder abgelassen) eigentlich die einzige klar strahlende Vision, wie Kirche überleben kann. Nun bleibt nur noch eins, auch daran zu denken, dass dann eine aufblasbare Orgel her muss. Für viele Organisten von Dortmund bis Köln die einzige Möglichkeit ein Ihnen angemessenes Instrument zu bekommen. Pfffffffffffffff.f.f.f.f.f..f..t (gwm)

Mißverständnis zum Alter: im Alter bekommt man, ohne heftiges Zutun, in der Routine der Arbeit ein gewisses Maß an Erfahrung und Wissen, das zu der irrigen Annahme verleitet, man würde praktisch alles, was an großen Auszeichnungen von der Natur ansteht, gratis im Alter erhalten. Das ist ein großer Irrtum. Zwei Dinge bekommt man entweder als ein Gottes-Geschenk, oder, und das ist die Regel, nur unter Aufbietung aller Kräfte: Glauben und Weisheit. Und nur der, welcher die Jugend und ihre Hoffnungen in seinem Herzen bewahrt hat, hat überhaupt eine Chance, jene Räume zu betreten.

24.Aug.  

Misstöne um Orgel-Pläne:Geplanter Abriss des Instruments in St. Reinoldi wird im Internet scharf attackiert. Unsere Aktivität in Sachen "Bunk-Orgel" wurde mit einem Artikel in den Ruhr-Nachrichten kommentiert, der besonders auch die Aussage von Prof. Dr. Stockmeier attackiert. Es ist natürlich schade, wenn man solche gewichtigen Aussagen nur halb und dazu noch falsch wieder gibt. Denn die Grundaussage des weltberühmten Orgelinterpreten war, dass diese Orgel klangliche Eigenschaften habe, wie man sie kaum bei anderen Orgeln antrifft. Andere hingegen wissen ganz genau, was denn Gerard Bunk für eine Orgel heute für sich in Anspruch nehmen würde - woher? Offensichtlich beginnt dort bereits die Interpretation. Nur muss doch jedem gesagt sein, dass es nicht um den Orgelneubau und einer Bunk-Interpretation geht, sondern dass es  g e g e n  den Abriss einer bestehenden Orgel und einer hervorragenden Klangsubstanz geht, die Bunk wesentlich gestaltet hat.

 

OrgelSpieltische der Romantik: die größte und umfassendste Internetseite auf diesem Sektor ist wieder online und neu gestaltet sowie mit den Spieltischen aus Bukarest und Frankfurt Paulskirche ergänzt. Jetzt ist es wesentlich einfacher und übersichtlicher angelegt und durch diese Form ein wunderschöner Spaziergang durch die Epochen. Außerdem wird diese Seite, wie alle unsere anderen Internetseiten, nun regelmäßig ergänzt. Hinweise auf fehlerhafte Daten nehmen wir gerne entgegen.

von Dr. Wolfgang Stockmeier, Professor an der Musikhochschule in Köln, erhielten wir einen Brief in Sachen Bunk--Walcker-Orgel in St. Reinoldi, Dortmund, der an Klarheit und Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt.

REDUNDANT PIPE ORGAN : M0129 - Whiteley 1865 - for a donation of 700-1000£ you get a really jewel of organ. II manuals, 11 stops, beautiful design, height = 148 inches - interesting for some home-instrument. M0130 - William Sweetland 1896, 2 manuals and pedal, 13 stops.

20.Aug.

das Geheimnis der großen Orgelbauer: Materialismus!! auch das Max Planck-Institut hat sich nun nach Vilnius verirrt und zeigt am Mikroskop, dass das große Geheimnis aller Orgelbaukunst reiner Materialismus ist. Dafür sind wir Göteborg und Max Planck dankbar: http://195.122.130.134/tvsender/stations/mpg/index.asp?VideoNr=465&player=2 , weil sie damit die Staffette an die Dummheit weitergeben. Nachdem im Mittelalter die Alchemisten sich auf der Suche nach dem Stein der Weisen wundgescheuert haben, und letztendlich Gold "nur" im eigenen Inneren fanden, kommt nun große Wissenschaft daher mit identisch gelagerter Einfalt . Wieder einmal kann man leicht und locker einsehen, dass diese Welt ohne Glauben ein Trümmerhaufen mechanischer Determiniertheit ist: wer keine höhere Ordnung erkennen kann, will sein Selbst, das nach christlichem Verständnis eine Beziehung zu Gott sein soll, auf Augenhöhe mit der Materie halten. Welch erbärmlicher Sturz des modernen Ikarus. ...oh Zarathustra, warum nur hast du uns diese Narrenkappe ins Hirn gepflanzt?

 

Wenn man aus Europa Kulturgelder vereinnahmt, um damit historische Orgelkopien nach USA zu bauen, so mag das vielleicht eine etwas seltsame Geldförderungsanlage sein, kann uns aber völlig wurscht sein. Wenn aber eine der wichtigsten Denkmalorgeln Europas in chemotherapeutischem Sinne restauriert werden soll, entsetzt uns das, weil uns das gelahrtenhafte Gebrabbel der GoArt in Göteborg nicht davon abhalten kann, zu glauben, dass die zum Orgelbau- und Erhalt notwendige handwerkliche Substitution dort nicht vorhanden sei. Das kommt uns ungefähr so vor, als ob man einen Kreis von 25 Sachverständigen und 5 Germanistik- Professoren zusammenschließt und beauftragt eine solche herausragende Arbeit zu tun. (siehe Bild Breughel, "Der Blindensturz", wo der Maler das Geschehen 500 Jahre vorweg nahm - alles reine Metaphorik!)  Bei einem Neubau könnte man sagen: "gut, das wird eh nix!". Bei einer Restaurierung aber, wie die der Adam Gottlob Casparini - Orgel in Vilnius jedoch, steht weitaus mehr auf dem Spiel, als eine belanglose Lehrveranstaltung, subventioniert durch Eurogelder, ablaufen zu lassen.

Aber an diesem Beispiel kann man gut erkennen, wohin die Subventionspolitik Europas irgendwann einmal führt: zu den an Fördergeldern interessierten Universitäten, die den Handwerkern die Aufträge wegschnappen, da der Sachverstand natürlich argumentativ die Sache viel besser behandelt, und, mit dem Computer im Kopf, besser nach außen tragen kann. Es entsteht der Eindruck, hier sitzen die richtigen Fachleute, weil man der "wissenschaftlichen" Show folgt, anstatt dem Restaurierungsergebnis. Besser möchte ich sagen: anstatt der Schlichtheit.

Die Orgelbauer hingegen, völlig desorientiert an BDO und ISO, welche die Grenze zu Handwerk und gelehrtem Geschwätz zu verwischen suchen, begehen den größten Fehler darin, ihre typischen Fähigkeiten nicht herauszustreichen, sondern sich am "Faktischen" auszurichten. Ein Handwerker denkt nicht nur rational bei der Sache, sondern es kommt, soweit ihn der Sachverstand nicht daran hindert, auch eine Form der Intuition zum Tragen, die als Identifikation mit dem wieder zum Leben erwachten Orgelmeister wahrgenommen werden kann, während eine Universität ein bleiernes Gespinst an tabellierter Theorie über die Restaurierung hängt, so dass sich Adam Gottlieb Casparini letztendlich wie der Gekreuzigte fühlen würde, würde er jemals seine Orgel wieder erleben.

Wenn die Methode zum Dogma erhoben wird, ist die Kunst erledigt - und das ist Göteborg und der ganze Quatsch mit dem Eurosachverständigen. Heute vielleicht noch bei dem Einen oder Anderen ein gefälliger, wissenschaftsgläubiger Gedanke, morgen ist das ein Mahnmal über das Ende der Orgelbaukunst. Die Zeiten ändern sich, das ist gewiss, und man wird morgen, wenn wieder Orgelmusik gelebt werden wird, noch entschiedener den Kopf schütteln über solch verkopftes Zeug, das nie zuvor in Kunst und Kultur eine Überlebenschance gehabt hätte.  siehe auch: Alles fließt.pdf

Rettet die Bunkorgel in St. Reinoldi -Dortmund - und nun können Sie auch hören warum!! Was für eine grandiose Orgelmusik - Wer solche Orgeln zerstört, muss ein grundlegendes Problem haben. Hier erhalten wir laufend sehr gute Stellungsnahmen und offene Meinungen auch aus Frankreich, Belgien, England - das Thema lässt viele Europäer nicht in Ruhe.

11.Aug.

Weiterer Orgelverfall: als ich vor einigen Tagen das "Ausland" beschwor, unsere "Walcker-Orgeln" zu erhalten, weil man im eigenen Land dazu offensichtlich nicht in der Lage sei, wusste ich noch nichts davon, dass die Walcker-Orgel in Balderschwang (Opus 2136, Bj. 1926, II/8), einer "Johannus" weichen musste. Diese Orgel wurde ganz begeistert noch vor knapp 3-4 Jahren mir von einem Orgelstudenten als wunderschönes Werkchen beschrieben, das fast vollständig spielbar sei. Auch die Erwähnung in Oscar Walcker´s Erinnerungen wurde freudig angemerkt. Nun ist der auf unseren Spieltischseiten als Musterspieltisch beschriebene, verschwunden. Die Orgel natürlich nicht mehr spielbar, und, wer weiß, man sie hinauswirft. Hier könnten sich Orgelsachverständige und Orgelfreunde aller Richtungen nützlich machen. Dafür ist Balderschwang, ein Kuhnest, das sich durch die Walcker-Orgel einen Namen gemacht hatte, nun im Johannes-Prospekt verewigt, eine sehr fragwürdige Auszeichnung,

Hallo Herr Walcker, eben lese ich die Sache mit Balderschwang. Das ist ja unglaublich. Das Instrument war ca. 2003 bis auf 10 defekte Keilbälgchen an den Relais komplett spielbar und auch gestimmt. Bälge & Pfeifenwerk und alles drum rum ebenso in gutem Zustand.....  Interessant, dass das Denkmalamt mitspielt oder weiß man dort gar von nichts? Da kann man nur den Kopf schütteln wie mit Kulturgut umgegangen wird, ob der Elektronenbeschleuniger auch 80 Jahre anstandslos spielen wird? Es ist doch ein Zeichen von Qualität, dass in diesem Klima eine Pneumatik so lange funktioniert. Grüße P.

10.Aug.

Neues Video Op1149 East London, South Africa auf walckerflash.de online und neu Schiopeskus Dream, ein Video, das zu Beginn unserer Arbeiten im Bukarester Atheneum gemacht wurde. Damals waren diese Eindrücke so umwerfend neu, dass wir sie jetzt etwas umgestaltet haben und wieder hochgeladen haben. Nun zum 85. Geburtstag des Orgelbauer Schiopesku.

07.Aug.

REDUNDANT PIPE ORGAN : M0124 unbekannter Erbauer,Bj. ca. 1860, Schleiflade, einmanualig 7 Register, wunderbar als Hausorgel geeignet. Und M0112- Vowles oder Haskins?, Baujahr unklar, 2M+P, 14 speaking stops, The organ is immediately available as the building is shortly to be demolished.

 

what an organ!!..: Walcker-Orgel Opus 1149, East London, SouthAfrica, III/27 Reg., Baujahr 1904, ist plötzlich mit voller Kraft in unser Gesichtsfeld getreten. Hier hat uns ein begeisterter Monteur aus dem Stuttgarter Raum einen kompletten Satz CD's und ein paar nette Filmchen, sowie schöne Bilder von der Orgel geschickt. Wir hoffen, dass wir die Erlaubnis erhalten, davon ein interessantes Video für unsere Freunde auf walckerflash.de fabrizieren zu dürfen. Diese Erlaubnis haben wir. Das Video wird so gegen Samstag aufgespielt. "Lieber Gott, erhalte uns das Ausland, in dem wir noch alte und schöne Walcker-Orgeln sehen und hören dürfen..." (gwm)

03.Aug.

Symbolik der Fotografie: 1000ste Orgel von Walcker 1902  anhand dieses einfachen Gruppenbildes dargestellt. Alle Gruppenfotos der Firma Walcker zeigen die Hierarchie und verweisen auf ein geschichtliches oder auf eine rangmäßige Gruppierung der Personen. Man wird auf allen Fotos z.B. von Oscar Walcker immer feststellen, dass er sich ganz bewusst konträr zu einer unliebsamen Figur genau auf die andere Seite des Bildes gestellt hat und ganz selten sehen wir, dass er sich auf Fotografien gelassen und heiter gibt. Das "Offizielle" war meist im Vordergrund. Immer wird beim Foto eine historische Hinterlassenschaft beansprucht. Ganz besonders bei dem hier gezeigten Bild, das gedruckt wurde und von daher besondere Aufmerksamkeit der Personengruppierung in Anspruch nahm. Absoluter überragender Kopf ist der Commercienrat Carl Walcker, unbestrittener Chef der Firma. An zweithöchster Stelle, aber im Mittelpunkt ist Oscar Walcker, einen halben Kopf tiefer Eberhard Walcker, der ja immerhin älter war und Sohn von Eberhard Friedrich. Aber er wird nie Chef der Firma, wie sein Neffe Oscar. Abseits und kaltgestellt und mit niederster Kopfhöhe bedacht: Heinrich Walcker, der nichts mehr in der Firma zu sagen hat. Auf Augenhöhe und alle anderen geladenen Kirchenmusiker überragende Köpfe: ganz rechts Emile Rupp, was noch politisch im "Bewahrendem" sich ausspricht und ganz links Reimann, Berlin, das progressive Element vertretend. Wer glaubt, dass hier Zufälle mit in die Aufstellung der Personen hineingespielt haben, irrt. Man ist sicher nicht mit Lineal und gedankenschwerer Etikette ans Plazieren herangegangen, man hatte einfach die Formel dafür im Blut, was wir über unser demokratisches Verständnis längst vergessen haben. Oder bei unseren massenhaften "Digitalen" in anderen Symboliken zum Ausdruck bringen, die vielleicht unsere Kindeskinder mit beifälligem Lächeln zu analysieren wissen. (gwm).

auf Walckerflash.de haben wir wieder viele neue Filme eingebracht, worunter "Warschau" besondere Aufmerksamkeit verdient mit dem hervorragenden "Liszt" von Prof. Grubich.

01.Aug.

Holzfloete 8' von unserer Bukarester Orgel gibt es in Walckerflash als Video. Man sieht in diesem Film im Vordergrund schon die Stiefel der Trompete 8 (und das soll eine Drohung sein) und manch Einer wird sich verwundert die Augen reiben, "was aus Messing?". Obwohl nun Messing nicht unbedingt ein zungenfremdes Material ist, so ist klar, dass diese Zunge von 1964 aus der Walckerwerkstatt Murrhardt stammt. Ein grässliches Ding! Nicht unbedingt die Messingstiefel (aber auch die, weil die angelöteten Stumpen einsacken) sondern die franz. Bertounèche-Kehlen geben diesem Ding einen unangemessenen kläffenden Ton, der mir mindestens 3 Tage Mehrarbeit besorgen wird, um es etwas zu zähmen. Erinnert mich an die nachts bellenden Straßenhunde Bukarests. Sei nur noch gesagt, wenn es weitere solche Nächte gibt, wie heute, als plötzlich um 1Uhr früh ein Presslufthammer die Straße aufgerissen hat, seelenruhig über eine Stunde gepflegte Stadtarbeit verrichtend, kein Mensch hier beschwert sich um solcherlei Lappalien, dann muss man schon sehr nervenstark sein, sich an ein solches Monstrum von Trompete hinzuwerfen. Im Orgelbauer verdichtet sich eben das Leiden der Menschheit am "Rausch" (am GeRäusch). (gwm)

mit dem Video "Friedhof der Leidenschaften", untermalt von Lubrichs Toteninsel auf der Walcker-Orgel in Ludwigsburg, Friedenskirche gespielt, könnten wir eigentlich am Filmfestival in Venedig teilnehmen, aber es reicht auch hier. Eine würzige Geschichte aus Bukarest mit Filmstreifen und Bilder eines wahrhaft grandiosen Friedhofs angereichert, das ergibt eine sentimentale Mischung, die nur für Orgelbegeisterte aus der Romantik wirklich tief einwirkt.

Ermittlungen abgeschlossen: wissenschaftliche Recherchierkunst braucht seine Zeit. Wir haben im April 2007 auf unserem frisch erstellten WalckerBlog die Frage aufgeworfen, um welche Orgel es sich hier wohl handelt, Berlin Bachsaal?, und nun kam von Dr. Thomas Lipski die Klarstellung in Form eines Briefes, der mir nach Bukarest nachgefaxt wurde. Heute im Zeitalter der schnellen Information sicher ein behäbiger Weg, aber eben exakt recherchiertes Wissen. Mir ist eigentlich gar nicht mehr bekannt, welcher Herr aus Holland? hier die Anfrage an mich geschickt hatte, so dass wir nun die Wahrheit in Händen halten, wie ein zu spät gekommenes Medikament, aber der Ansprechpartner in der Flut der Informationstechnologien völlig untergegangen ist.  Zeichen heutiger Zeit. Möge es nicht Symbol werden.

Schottland trotzt Orgelausverkauf: wir erhalten Auftrag zur Restaurierung zweier historischer Orgeln in den Highlands. Die vor zwei Jahren besichtigte und in unserem Artikel "Es kann nur Einen geben" beschriebenen Orgeln, die Walcker-Dulsanell in Tomintoul und die Hill-Orgel in Inveravon, werden von uns im nächsten Jahr restauriert.

Redundant Pipe Organs, M0126, eine Wadsworth von etwa 1884 mit 10 stops  und eine Walter James Bird Orgel M0123 aus 1905/1935, bestens als Hausorgel geeignet weil die Höhe nur 1885mm beträgt. Romantisch disponiert.

 

mit Bukarester Friedhoef stellen wir eine unserer interessantesten Fotoserien aus Rumänien vor. 75 Fotos aus der Stille, aus dem Blau einer vergessenen Zeit.

24.Juli

 

auf walckerflash.de gibt es unter aktuell ein neues Video über die Walcker-Orgel aus 1910 in Galatz, Rumänien. Es handelt sich um einen deutschsprachigen Fernsehbeitrag des TVR1 Romania ausgestrahlt vor einem Jahr. Die Orgel in Galatz ist eine Hausorgel, die seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr spielbar ist. Das Instrument wurde mit einer Organola gefertigt und in typisch spätromantischer Manier disponiert. Wir haben auch das Angebot Walckers und ein paar Fotos eingebracht. Insgesamt sind wir jetzt auf walckerflash.de mit 35 Kurzfilmen vertreten, bis Ende der Woche werden es über 50 Stück sein.

"ein Duddi-Klang, wie wenn Graf Dracula seinen Sargdeckel hebt..." so schreibt ein Orgelfreund über unser Video  "Der erschlaffte Riese - humoristische Dokumentation über die größte Orgel in Rumänien, die Rieger-Kloss im Radio Bukarest mit IV/95, Baujahr 1960 mit elektrischer Traktur und allen Stimmungssystemen die man so kennt, gleichzeitig. Alle unsere Videos sind nun schön übersichtlich auf www.walckerflash.de einsortiert und werden nur noch dort weitergeführt. So haben wir das neue Video von Grandjean&Schmitt aus ihrem Konzert in Wemmetsweiler vom 1.Juni dort eingebracht und den hervorragenden Film des TV-Romania über unsere Arbeit im Bukarester Atheneum in blendender Fernsehqualität.

Interessenten, die mich nach der Person des Orgelspielers auf der Rieger-Kloss-Orgel hin befragt haben, möchte ich die hier integrierte Seite von Ulrich Theißen  empfehlen und die Gründe jener Aufopferung etwas darstellen. Man muss eben zwei Vögel haben, um im Urlaub handwerklich tätig sein zu wollen:

Eine ideale Möglichkeit für orgelbegeisterte Slawistikprofessoren und nebenamtliche Organisten (hier Dr. Ulrich Theißen von der Universität Salzburg), ihren Urlaub zu verbringen, ist, bei einer Restaurierung mitzuarbeiten, gleichzeitig Neues zu lernen, aber auch durch "orgelsportliche" Aktivitäten wie "Windladenalpinismus" den Kopf frei zu bekommen.

Den mit Ost- und Südosteuropa und Relikten des realen Sozialismus vertrauten Ulrich Theißen hat das Ambivalente bei Orgeln des einstmals führenden tschechoslowakischen Großorgelexportunternehmens als "Dienstleister der Arbeiterklasse" (so in einer Firmenbroschüre mit Denkmalwert!) immer wieder interessiert - so wie generell die Orgelschicksale in totalitären Strukturen. Daher lag es nahe, vom Athenäum aus auch der "größten Orgel Rumäniens" im Großen Rundfunksaal einen Besuch abzustatten.

Manchen Dingen, so traurig sie sind - und auch eine Rieger-Kloss von 1960 kann einem leid tun, wenn sie so ungespielt dahinvegetiert -, kann man nur mit Humor begegnen. Also rauf auf den staubigen Bock, den riesigen Rolladen weg und einmal durchprobiert, was so geht und wie (nicht). Das natürlich mit so gar nicht orgelgeeigneten Schuhen und "stilgerechten"§ Griffen daneben. Aber das Wesentliche sind die (stellenweise durchaus reizvollen) Klangeindrücke, und durch sie das Erleben von Geschichte und Geschichten.

21.Juli

Die Spitzgambe 8' im Hauptwerk des Bukarest Atheneums wird ab heute in unserem AeolineBlog mit einem kleinen Video präsentiert. Dieses Register ist eine wunderschöne Alternative, wenn man ein Register haben will, das sowohl Gemshorn als auch eine typische Gambe vertreten kann. Ich möchte meinen, dass dies der "orgelbewegte" Grund war, hier in Bukarest solch ein klangschönes Register einzubauen, das ganz hervorragende Farbe bringt und das als Soloregister mit dem Bordun 16' einen magischen, zarten Zauber ausbreitet, der im ganzen Saal fein durchhört werden kann.

Zum Fernwerk der Michaeliskirche in Hamburg fällt mir nur unser Freund Mihail Gorbatschow ein, der sich  zu Honny einst berechtigt äußerte: "wer zu  Spät(h..hier musste er sich räuspern) kommt, den bestraft das Leben..." .... "und wer zu Spathenbräu kommt, den bestraft die Leber" , die kleinen Unterschiede der deutschen Grammatik und Begriffskunde.

Damals 1948, als das Grundgesetz entstand, als man also nach dem Weltuntergang ein Bäumchen pflanzte, eine Grundlage, auf der sich die nächsten zwanzig Jahre ein über alle Geschichte und Völker hinaus wachsender unvorstellbarer Wiederaufbau entwickelte, der allen Völkern dieser Welt höchsten Respekt abverlangte. Der aber heutigen Generationen in Deutschland suspekt ist - weil sie eben die Vergangenheit immer nur aus dosierten Einzelperspektiven kennen, was auch ein Grundfehler unseres Ausbildungssystems ist. Wer dieser Zeit vorwirft, dass sie nicht diese oder jene Möglichkeit im Pfeifenorgelbau oder Kirchbau berücksichtigte, hat diese Zeit weder verstanden noch wird er je die heutige verstehen. Wer hingegen eine Kontinuität von 60 Jahren überblicken kann, der wird feststellen, dass die Zeit der letzten 20 Jahre  in unserer Gesellschaft und im Orgelbau weitaus größere Probleme verbergen, als dies in den ersten 20 Jahren unserer Bundesrepublik der Fall war. Nur daran denken diese Ritter der Orgeltugenden nicht eine Sekunde: an nicht mehr veränderbare Zeiten zu rühren ist doch so schön, es wird ja keine Verantwortung mehr hinterfragt. Opus 3500 und "Die Fünfziger Jahre"  und Opus2980 Walcker-Orgel in Stuttgart Villa Berg

Unsere Baustelle macht zur Zeit einen sehr aufgeräumten Eindruck - weniger das Personal, das unter Hitze und Anstrengung leidet. Aber die ersten Toccaten und Fugen sind erschallt und wir werden morgen neben einem Video über einen erschlafften Riesen (die Radio-Orgel im Bukarest mit über 95 Register, und wohl größte Orgel Rumäniens) einige Klangproben aus dieser und auch unserer Orgel zeigen. Im Bild unterer Teil unser treuester Helfer und ältester noch tätiger Orgelbauer der Welt: Grigorius Schiopesku mit 85 Jahren, der täglich dutzende Male das Gerüst rauf und runter klettert, daneben Darabont Zoltan, der sich den Zinkpfeifen gewidmet hat.

Salicional und Flûte harmonique - zwei Pfeifenformen aus einer Puget-Orgel. Wurde uns von einem Bekannten mit der Frage geschickt "könnte das deutsch-romantisch klingen?". Mit Sicherheit die Flûte, weniger der Salicional, der bei deutschen Instrumenten in der Regel kaum einen Streicherbart hat, und wenn ja, dann meist eine einfache Rolle. Der hier abgebildete Streichbart ist bei engen Streichern wie Aeoline oder Vox coelestis dagegen sehr oft anzutreffen.

16.Juli

Redundant pipe organs: M115 Slater&Sons I+P/8 Register und M125 Nelson&Co aus 1899 mit II+P, 18 stops

Hausmitteilungen: Auf sehr viele  Anfragen in letzter Zeit nach alten und neuen Hausmitteilungen möchte ich kurz mitteilen, dass wir in jedem Falle in den nächsten Monaten unsere neue Hausmitteilung fertig stellen werden und an alle! Personen, die diese bereits vor 12 Monaten bestellt haben mit einem Sonderheft "Bukarest" kostenfrei zuschicken werden. Darunter werden bebilderte Artikel sein über: Orgeln in Costa Rica, Orgeln in Rumänien mit Filmbeilagen des TV-Rumänien, die Walcker-Orgel in Wemmetsweiler mit CD des Konzert Grandjean und Schmitt, Walcker-Orgeln in Schottland,  Walcker-Orgeln in Australien, die röm. Orgel von Aquincum in heutiger Aufführungspraxis (event. Musikbeispiele).

Die alten Walcker-Hausmitteilungen können komplett bei uns angefordert werden. Heft1-16 als Nachdruck, alle anderen sind in originaler Fassung mit 4,50 € incl. Versandkosten per Stück erhältlich.

Erinnerungen von Oscar Walcker und andere Bücher in nachgedruckter Form sind nicht mehr erhältlich, dafür werden wir vermehrt kostenfreie PDF dieser Literaturen ins Netz stellen.

alle Bücher des musikwissenschaftlichen Verlags werden bei uns zu gleichen Preisen oder erheblich niedriger als anderswo vertrieben. Außer "Kaufmann - Orgel & Nationalsozialismus", dieses Buch ist ausverkauft, sind alle Titel bei uns erhältlich.

11.Juli

Offizielle Übergabe des Spieltisch-Schlüssels an Famulus Faustus Slawiensis im Konzertsaal des Atheneums in Bukarest, wo der an den abstrakten Wissenschaften gescheiterte Faustus den begehrten Orgelschlüssel erhält. Im Hintergrund, fast eine Kopie des Paulus, Famulus Bruno mit einem halboffiziellen Bild von Max Reger. Seit diesem Tag wird an der Walcker-Orgel im Atheneum wieder musiziert - fast stündlich. Hier aber nun die untröstlichen Worte unseres Helden, die er sprach, bevor er in die Hände des mephistophelischen Orgelbaus fiel, nach sagenumwitterterden Eskapaden mit Gretchen und anderen femina:

Habe nun, ach! Philosophie,
Bulgarerei und Medizin
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor !

05.Juli

ZEITZEUGEN: Herr Maureen, was macht das Orgelwerk von Messiaen so besonders?... Interview (4,5min) des bekannten Organisten in Bayern4 am 09.05.2008 als MP3-file

Klang der Stille: ich glaube es hätte Messiaen oder Ligeti gefallen, wenn man in einer Orgel den Registerzug eingebracht hätte mit der Aufschrift "Stille 8'". Toccata und Fuge c-Moll gespielt mit nur diesem einen Register "Stille 8'". Lassen wir allen Buddhismus beiseite und auch den Effekt "Stille" der natürlich in jedem Konzert seinen Platz hat, und sei es nur die Zeit, die zwischen Ewigkeit und Nanosekunde vibriert, ausklingend am Ende des letzten Akkords bevor der Beifall braust, und betrachten wir Stille einmal als das, was es auch sein kann, und von der Sprachwurzel herstammt: die Subsummierung aller Kultur-Stile. Das ist zwar auch eine  Form des "Nirvana", aber abendländisch. Das Konzert "Stille", das, obwohl es eine typische moderne Idee ist, wurde noch nie aufgeführt. Hier nun endlich gibt es einen Auszug über rund 3min als MP3file. Stille - Konzert ohne Anfang und Ende, und damit ohne Zeit.

Oscar Walcker: Strasbourg 1897, vor über 100 Jahren war Oscar Walcker mit der Montage der Orgeln in der Garnisonskirche (Op777) und später in der Wilhelminerkirche (Op.804)  beschäftigt, wo er Münch, Rupp und Schweitzer kennenlernte. Über diese Begegnungen berichtet er lebhaft auf mehreren Seiten seiner Erinnerungen. Dieser Text steht hier, von mir gelesen, als MP3file zur Verfügung: OW_Rupp.mp3 (12MB) Hierzu gibt es ein Orgelstück auf der Walcker-Orgel in Strasbourg :  Louis Vierne - Cathedrals weitere Orgelstücke wie Boellmann Toccata u.a. unter dem Forensinischen Farbenkreis

03.Juli

Heute jährt sich nicht nur der Geburtstag von Eberhard Friedrich Walcker sondern auch der von Franz Kafka. Was sagt uns dies? Dass großartiger Orgelbau und Blüten deutscher Sprachbildung selbige Sternenkonstellationen beanspruchen!

Walcker bekommt Zusage für repräsentativen Regierungsauftrag in Rumänien im Anschluss an die Fertigstellung der Bukarester Atheneumsorgel. Womit wieder ein Jahr Arbeit in diesem herrlichen Lande uns in Anspruch nehmen werden wird. Weiteres demnächst auf diesen Seiten.

Redundant pipe organs : M121 von C.H.Lloyd&Co. aus 1892, II.Manuale /10 stops (mit Keraulophon!) und M122 von Gray&David aus ca. 1875?, II.Manuale, 21 stops

 

Kampf um Beliebigkeiten. Kindergeburtstag: Markus F. hat wieder einen bunten Luftballon zum Steigen gebracht. Nun pusten sie alle kräftig mit dicken Backen, um ihn zum Steigen zubringen. Internetalltag oder Alltag im Orgelforum J&B

28.Juni

 

Die Walcker-Orgeln der 60er Jahre - ein paar Gedanken dazu. Ich habe mich immer wieder  gefragt, "wie kommt denn die heutige Zeit überhaupt auf den Gedanken, dass vergangene Generationen schlampig und schlecht gearbeitet haben?"

25.Juni

Mysterium der Akustik - ein ganz wichtiger Beitrag des Architekten Adolf Loos aus dem Jahre 1912, in dem der Mann genau die gleichen Erfahrungen wiedergibt, die ich selbst schon gemacht habe. Dieser Artikel, der heute in der Süddeutschen Zeitung erschien, stellt eine ganz wichtige Erkenntnis des großen Architekten heraus, die diametral zum gegenwärtigem Wissenschaftsbetrieb steht, aber die sicher jeder Organist schon an eigenen Erfahrungen ermessen konnte. "Warum ist der Klang einer Stradivari so unermesslich groß?" - "Warum kann die hervorragende Akustik eines Saals durch massiven Einsatz von Blechblasorchester ruiniert werden?" - "Warum können schlechte  Musiker ein Instrument klanglich verhunzen? -  "Warum" - das nun wäre die Schlussfolgerung aus dem Text von Loos, "haben meist alte Pfeifen so herausragende gute Klangeigenschaften?" - "die aber, durch ungünstige Einwirkungen" - und was sind denn Schleifladen als Unterlage für romantische Orgeln anderes, "restlos absorbiert werden oder gar ins Gegenteil verkehrt werden". Endlich haben wir unseren Standpunkt bestätigt gefunden, der hier auf unseren Seiten  schon öfters erläutert wurde, bei einem wirklich anerkanntem Kenner von akustischen Phänomenen , der zu dem noch ein ganz großer Architekt der Moderne war. Es mag ein Zufall sein, dass diese Aussagen von Loos zeitlich genau mit der Schlussphase des spätromantischen Orgelbaus zusammenfallen, ganz sicher aber bin ich mir, dass diese Erkenntnisse mit vielen anderen akustischen Kenntnissen überzeitliche Erfahrungen vermittelt, die wir nur mit den eigenen synchronisieren müssen, um zu sehen, dass Loos hier ins Schwarze getroffen hat. Ganz entscheidend ist, dass man diese natürlichen Phänomene, wie akustische Schwingungen, in einem Gesamtzusammenhang sieht, wie das Goethe mit seiner Naturbetrachtung getan hat, und dass man sich nicht in versponnene Spezialisierung von belanglosen Einzelperspektiven verliert. Es gibt nur wenige große Menschen die diese erhabene Sicht der Dinge in sich trugen, dieser Adolf Loos gehörte zweifellos dazu. (gwm)

Interessante Conacher-Orgel 36/III+P aus 1905 im Verkauf, pneumatische Schleiflade bei Ladach. Eine fantastische Disposition und sicher ein großartiges Klangereignis. Gerne geben wir Preisauskunft - auch komplett mit Montage und Intonation.

 

Lob der Walcker-Orgel

Sehr geehrter Herr Walcker-Mayer !

Sie werden mich nicht kennen und es ist sicherlich nicht ungewöhnliches für Sie , das Ihnen viele unbekannte Leute schreiben .

 Ich tue dies um Ihnen , auf diesem Wege , ein großes Lob auszusprechen - ein Lob über die Instrumente aus dem Hause Walcker .

 Bisher habe ich selber nicht viele Walckerorgeln gespielt . Die von mir bespielten Walckerorgeln waren folgende Instrumente :

 1. Votivkirche in Wien

2. Martinikerk in Doesburg

3. St.Cosmas und Damian in Köln-Weiler

 Diese drei Instrumente haben mich aber derart fasziniert , das ich nicht mehr davon loskomme . Es macht einfach Spaß Walckerorgeln zu spielen und.........vor allem macht es Freude die romantische Orgelmusik auf diesen Instrumenten zu spielen . Was schöneres gibt es nicht ! Zu guter letzt bleibt mir noch eines zu sagen : ich hoffe das ich weiterhin die Gelegenheit bekomme um Walckerorgeln zu spielen und ich werde diese Instrumente weiterhin propagieren ! Mit freundlichen Grüßen MB

 

Schwerste Orgelkost von Messiaen
Thüringer Allgemeine - Thüringen,Germany
Ton van Eck, bekannt wegen seiner Verdienste um die französische Orgelliteratur mit renommierten Preisen ausgezeichnete Künstler an der Walcker-Orgel der St. Jakobuskirche in ILMENAU...

21.Juni

letztes Konzert vor der Sommerpause wird am kommenden Freitag im Atheneum in Bukarest erwartet, danach geht es mit voller Kraft auf die abschließenden Arbeiten, um dann mit der Intonation ganz langsam an die Fertigstellung unserer Arbeiten zu denken. Das nebenstehende Bild wurde kurz vor dem Konzert am vergangenen Freitag aufgenommen, als Jin Wang  - Pietro Mascagnis "Intermezzo" aus der Oper "Cavalleria rusticana" dirigierte, was, wie das  nachfolgendes Konzert Nr. 2 von Rachmaninov (Rachmaninoff) einfach genialisch und großartige Musik zeigte, die man nie mehr vergisst. Besonders der Pianist Daniel Goiti hat sich mir mit seinem großartigen Vortrag tief eingeprägt.

Orgeln in Australien: Von Bruce Ducan erhielten wir sein nun fertig gestelltes riesiges Sammelsurium über die Orgeln in North-Australia. Es wird neben einer Buchform in http://www.ohta.org.au/organs/nt.html  und http://www.sydneyorgan.com/Australia.html gezeigt.

Orgelkonzerte mit Sergej Budkeev und Alexander Fiseisky in Bietigheim. Außerdem findet dort eine Lesung "Dimitrij Dostojewskij liest aus den Werken seines Urgroßvaters " statt. Rundschreiben.pdf

Walcker sponsert für Amnesty International

Bukarest - Skizzen aus einem wortlosen Tagebuch Die ganze Metaphysik von Bukarest steckt in den Häusern und Säulen, in den Türen und Fenstern, in den Kirchen, die ein uraltes Geheimnis verbergen, dem man nie zu nahe kommt, indem man (digital=banal ) knipsend versucht in es einzudringen. Das Geheimnis in Bukarest ist, wie es schon Odysseus in antiker Saga  erfahren durfte, einer Art Natur, die wie Gift einer seltsamen Morbidität in den noch lebenden Körper des Betrachters  eindringt, hier rufen die Sirenen über die erstarrten Klänge der Bauwerke, und hier greift tatsächlich die Symbolik um Dracula, um dann traumhaft schwer jene Realität zu entziehen, oder besser gesagt: Imagination statt Realität zu setzen.  Bukarest könnte auch heißen: in Ruinen leben, einen antiken Traum zu Ende leben - nur nicht an den Realitäten zweifeln, oder verzweifeln.  Aber schon dann entsteht die Frage, welchen Traum wir denn Nachts träumen, wenn das Ungeheuer leiser wird - denn schlafen tut es nie. Werden da diese Häuser, die Fenster wieder lebendig, hören wir das Kindergeschrei in den Treppenaufgängen, die Kommandorufe der Architekten an ihre Zigeunertruppen, die mit Sand durchsetzten Beton aufkochen? Hören wir jemals die Stimmen aus der Zeit, als auch in Bukarest einmal "die Zeit von Gestern" war, als alles noch so schön war, vor den Kriegen, vor dem Verfall? Werden wir dem Rätsel Bukarest je so nahe kommen, dass wir den "nächtigen Schlüssel" finden, um seine Magie tiefer zu kosten, als das je ein erster oder zweiter Blick zu vermögen in der Lage ist? Wir wissen das nicht. Nur wissen wir, dass ein Schlüssel es ist, den Dämonen der Stadt näher zu kommen indem man sie  z e i c h n e t . Der Gezeichnete, der in Umrissen erfasste Geist ist sterblich. Das allein ist unser Wissen, mehr nicht. (alle Skizzen gwm April-Juni 08)

15.Juni

Neue Darstellung unseres PDF-Archivs: das wohl umfangreichste PDF-Archiv in Sachen -Deutscher Orgelbau- ist nun überarbeitet und kann für alle Interessenten ohne Beschränkung benutzt werden. Wir haben das Ganze in vier Rubriken unterteilt - darunter sind komplette Bücher, wie das von Emile Rupp "Entwicklungsgeschichte der Orgelbaukunst" oder der transkribierte Brief Adolph Mörikes an Eberhard Friedrich Walcker, der zeigt, dass auch Orgelgeschichte heute noch faszinieren kann. Auch die PDF-Dokumente unser untergeordneten Seiten, wie Aeoline.de etc. sind nun freigestellt. Fehlerhafte Links bitten wir uns mitzuteilen. PDF-Dateien, die wir in diesen News irgendwann gezeigt haben sind von Ausnahmen abgesehen nur hier unter der kalendarischen Ablage zu finden.

Anmerkungen zum Winddruck ist neues Thema auf unserem WalckerBlog. Es ist eine Tatsache, dass nach der Umstellung von Fuß auf mm (1872) immer wieder groteske Fehler der Umrechnung geschehen sind, die sich auch heute noch in Literatur und an praktischen Restaurierungen bemerkbar machen. Wir haben zwei prominente Beispiele herausgegriffen. Die historische Schnitger-Orgel, die Ahrendt mit 91,5mmWS Winddruck einschätzte, hatte tatsächlich nur 75,62mm WS. Also einen Winddruck den wir auch vom Zeitverständnis her dort aufzufinden gedenken. Fehler passieren auch, wenn man vergisst, dass oft das duodezimale System parallel zum dezimalen System aufgetreten ist. Außerdem gibt es eine wichtige Berechnungsformel über die Fläche der Balgplatten, die verdeutlicht, wie der maximale Winddruck sein kann - ohne dass man in die Tiefen der Grad-Millimeter-Umrechnung eintauchen muss - und die besagt, dass es einfach keinen 90mm Druck bei Schnitger gegeben haben kann. Also ist die Auffassung von H.H.Jahnn, dass norddeutsche Barockorgeln keinen Winddruck über 77mmWS hatten, nicht von der Hand zu weisen.

Auf der Walcker-Orgel in Annaberg die 6 Sonaten von Mendelssohn-Bartholdy - eine gut fundierte CD-Kritik

Beim Ranking der Internetdomains, so schreibt ein begeisteter walckerorgel.de-Besucher, haben Sie alle Orgelbauer in Europa weit hinter sich gelassen und sind bei den derzeit etwa 135 Millionen Internetdomains an Stelle 1.293.189 angelangt! Nun, was ist dazu zu sagen? Zuerst einmal gar nichts. Dann sei festgehalten dass rund 80% aller führenden Internetdomains primitive Pornoseiten sind und manchmal noch schlimmer, geistige Pornoseiten wie die der BILD, mit denen sich wahrlich kaum einer zu vergleichen gedenkt. Statistiken sind etwas für Blinde, um einen Krückstock zu haben und für Politiker, um in den geschönten Spiegel zu blicken. Oder auch für Marktwirte, um ihre Opfer fachgerecht zu filetieren. Für den Individualisten ist die Statistik immer eine Beleidigung, weil sie herabzieht auf ein plattes Niveau, das er bestenfalls im Zustande der Volltrunkenheit erreicht. Den Vergleich mit anderen Orgelbauer-Domains sehe ich allerdings sehr gelassen: Wer nur salbungsvolle Sprüche über sein Unternehmen präsentiert, anstatt mit aktiver Öffentlichkeitsarbeit das Handwerk und die Ideen der Firma zu offerieren, der wird sehr schnell an seine Grenzen kommen. Orgelbau gibt auch heute, wo nicht mehr die großen Ideen geworfen werden, immer noch soviel Begeisterung frei, dass scheinbar nur dieser  Kanal zum Erfolg im Netz der Netze führt. Andererseits muss man zugestehen, dass auch die größten Schlafpillen auf ihrer Dauerschwatzneurose riesige Zugriffe bewerkstelligen. Schwatzen als Hintergrundrauschen, damit man sich nicht einsam fühlt, sich gemein wissen, auch das ist Internet.

Ein Gutes hat unsere Wohnung im 6ten Plattenbaustock im Zentrum von Bukarest: Man kann endlich auf geeigneter Stereoanlage  Regers "Infernofantasie" in ausreichend gesättigter Lautstärke  hören. Das stört hier keinen Menschen. Weder physikalisch noch physisch. Denn dazu hat Bukarest genügen "Inferno". Ich glaube, dass diese Stadt für solcherlei Musik empfänglicher wäre als jede andere. Man kommt so mit dieser Interpretation von Wunderlich sehr nahe an die ursprüngliche Aufführung und liegt nach den 21 Minuten leichenblass im Bett. Die Wirkung ist umwerfend. Die Darstellung Wunderlichs auf der Schwäb. Haller Orgel einfach genial. Vielleicht eine Prise zu scharf sind die Mixturen gewürzt. Dadurch fällt der transzendentale Schritt ins Reich der "Klangschatten" nur schwer. Die Bässe aus der Walcker-Orgel hingegen: exakt  richtig dosiert, Meer und Grund. Das Hintergrundrauschen der Stadt, das endlose Gehupe, die Polizei- und Sani-Sirenen, das hysterische Geschrei usw., all das gibt dieser Fantasie noch zusätzliche Transparenz. Wieso Reger noch nicht vom Fernsehen oder Hollywoodkino entdeckt wurde, ist mir ein blankes Rätsel. Bei ihm ist alles was Scheinwelt, Vision, Imagination, Konstruktivismus, Show, Theater, Symbolismus, und sowieso die Vorwegnahme des musikalischen Surrealismus und besonders des magischen, abstrakten Expressionismus enthalten. Genau diese Prise Wahnsinn, den der heutige TV-Neurotiker gerade noch verträgt, und sich teilweise unter Niveau mit Stefan King und  gothic Thrills injiziert, findet er in segensreichen, aetherischen Substanzen aufgetragen, beim David Lynch der Orgelmusik: Max Reger. Hier aber geht alles einfacher und tiefer.

Redundant Hall&Broadfield Organ aus ca. 1930 mit 17 Register auf II.Manual und Pedal zu verkaufen.

Die anstehende Intonation in Bukarest-Atheneum wollen wir hier etwas demonstrieren. Und zwar habe ich vor, neben den Bildern der Register, die Klänge in freien Improvisationen zu zeigen. Dabei unterscheiden wir zwischen dem einfachen Klang des Registers und dem Klang mit Super-Koppel und addierter Sub-Koppel. Alles das sieht dann etwa wie folgt aus:

Nachthorn 8' - Schwellwerk

Nachthorn 8' - mit Super

Nachthorn 8' -  mit Sub

Hellprincipal 4' - Schwellwerk

Hellprincipal 4' - mit Super

Hellprincipal 4' - mit Sub

Hellprincipal 4'  und Nachthorn 8' Super+Sub

Es werden hier also noch die Bilder der Pfeifen und Mensuren dazu getan, so dass man am Ende dieser Arbeit ein umfassendes Kompendium über die REgister eines solchen aus der Orgelbewegung stammenden Instruments  zusammen bekommt. Das soll in jedem Falle eine Ergänzung zu unserer www.AEOLINE.DE Seite werden.

Die Walcker-Orgel im Bukarester Atheneum und "Die Zeit von Gestern" ein Beitrag von mir zur  Veröffentlichung einer Schrift anlässlich des 120 jährigen Bestehens des Atheneums in Bukarest 1888-2008.

05.Juni

Bereits heute können wir absehen unsere weiteren Arbeiten in Costa Rica, Portugal, Spanien, Australien (womit wir dann alle 5 Erdteile mit Orgelarbeiten besucht haben), Schottland und Spanien, entwickelt sich mit Namen "Walcker" etwas, das wieder Anbindung an die ersten Bewegungen findet . Statt Rucksack - Samsonite. Statt schweinsleder gebundene Lutherbibel- Laptop mit Anschluss an die Heimatsprache. Und wie das Konzert Grandjean und Schmitt zeigt, war die Wahl meines Vaters, das Saarland als "neue Heimat" zu erwählen, eine glückliche Fügung, weil man damit sagen kann, in die "Heimat Europa" geographisch zentrierter sich einlassen zu können. Wie auch hier in Bukarest neben Rumänen, auch Ungarn und Bulgaren als Mitarbeiter für neueuropäische Orgelvielfalt sorgen, so wird man im außereuropäischen Raum immer ganz begeistert als Kulturträger der Deutschen und dann sofort als Europäer empfangen, der zweifellos "Englisch" als Zweitsprache wenigstens zur einfachsten Verständigung beherrschen muss. Buna diminyatza - Guten Morgen, auf Rumänisch, das dauert dann schon ein Weilchen, bis man das gelernt hat, wenn man als "Spätlese" die Fremdsprache zu erlernen versucht. Daher, meine Empfehlung, so viel und intensiv als möglich: "Sprachen lernen" und immer parallel zur Orgel hören. Provinz ist nicht dort, wo eine Landschaft abgelegen liegen mag, sondern wo das reaktionäre und zurückgebliebene Denken beheimatet ist, wo man den "Fremdem" immer noch mit einer unterschwelligen Angst begegnet., die auf eigener Unsicherheit beruht  Nur mit offenen und aufgeschlossenen Sinnen können wir die heutigen Probleme der Welt angehen. Provinzler, so gerne sie sich auch in der Orgelwelt eine Heimat gründen mögen, die man als das Reich des Gestrigen schlechthin versteht, in die man sich vor der Hässlichkeit des Alltags zurückziehen kann, sind dafür gänzlich ungeeignet. Natürlich kann man auch "Provinzialität" exportieren. Das Bild des Einfaltspinsels, der sich vor technischer Unbeholfenheit in anderen Ländern vor Lachen krümmt, sollte nicht unbedingt das "BILD des Deutschen" werden. Ist es aber bereits. Daran, oder besser gesagt, dagegen, also, arbeiten wir auch. (gwm)

Im Namen des  Führers: Sanierungsfall Martin-Luther-Gedächtniskirche Berlin und die Walcker-Orgel aus 1936. Nach dem Krieg hat man sich beeilt, die von den Reichsadlern getragenen Hakenkreuze an den Kacheln zu entfernen. Auch eine Halbbüste Hitlers mit einem Weihespruch im Eingangsbereich verschwand. An ihrer Stelle grüßt heute Luther. Gemeinsam mit Paul von Hindenburg, dessen Büste an der gegenüberliegenden Wand bleiben durfte. Der Sakralbau wird nach wie vor als Kirche genutzt. Wenn auch selten, wegen der Baufälligkeit. Eine besondere Geschichte verbindet sich mit der von der Firma Walcker gebauten Orgel. Ihre bogenförmig angeordneten Pfeifen fügen sich wunderbar in den Raum. Merkwürdig nur ihre Bemalung im Stil einfacher Bauernmalerei. Weil offensichtlich auch die Nazis ihre Qualität schätzten  ließen sie die bereits für Mariendorf gefertigte Orgel im September 1935 nach Nürnberg transportieren (das ist leider schlecht recherchiert-  gwm). Zum Reichsparteitag der NSDAP. Dort begleitete sie jenes perfekt choreografierte, quasi religiöse Züge tragende Massenspektakel.

02.Juni

Das Konzert Grandjean und Schmitt an der Walcker-Orgel in Wemmetsweiler. Die beiden Konzertorganisten Olivier Schmitt aus Moyeuvre-Grande, Frankreich, und Francois-Xavier Grandjean aus Namur in Belgien gaben wohl eines der besten Konzerte, das wir im Saar-Franco-Belgia Raum seit langen Zeiten hören konnten. Unheimlich die Präzision von Olivier Schmitt (Bild rechts unten am Spieltisch Dudelange) über 25 Minuten beim ""Grand Pièce symphonique" von Cesar Franck, das wie auf diese Orgel zugeschnitten schien und dem Hausorganist Manfred Kochems als eines seiner Lieblingsstücke besondere Aufmerksamkeit entgegenbrachte. Bei "Brahms" fiel mir die wunderschöne Registrierung von Francois-Xavier auf, der mir anvertraute, dass er diese Klänge der Orgel ganz besonders schön finden würde. Ein großartiges Kunststück gelang Francois-Xavier (Bild links oben) mit Mendelssohns Sonate, die er teilweise ohne die Noten zu beachten, mit tiefster Emotion ins Kirchenschiff trug. Ganz, ganz große Klasse, eine tiefgründige, beseelte Interpretation. Mit Lumina von Decerf entfachte Francois-Xavier ein explosives Lichtfeuerwerk, das, wie ein im Publikum hörender Organist später beim Nachtrunk bestätigte, wie nie zuvor die Kraft und Herrlichkeit der Orgel in dieser Deutlichkeit offenbarte. Eine solche powervolle  Pedaltechnik, wie sie Grandjean hier zeigte, wird wohl im fortgeschrittenen Alter kaum noch ein Organist aufbringen können. Mein Fotoapparat war leider mit 2Gigabyte restlos voll, so, dass ich dieses Wunderspiel nicht mehr aufnehmen konnte - Aber, und das ist das Schöne, wir haben das komplette Konzert in bester CD-Qualität mit einer TASCAM-Maschine DR-1 aufgenommen, die natürlich am Altar unten angebracht war, und geben hier einige Stücke zum Besten.  Das Konzert fand am Sonntag, den 1.Juni 2008 19.Uhr30-21 Uhr statt:

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Olivier Schmitt

"Grand Pièce symphonique" op.17 von Cesar Franck (1822-1890) (17MByte - MP3)

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Francois-Xavier Grandjean

Fantasie und Fuge BWV 537 von Johann Sebastian Bach (1685-1750) (7,5MByte - MP3)

"Herzlich tut mich verlangen" ( 2 Versionen) von Johannes Brahms (1833-1897) (5,5MByte - MP3)

Sonate Nr. 6 über "Vater unser im Himmelreich" Opus 65,5 von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847)(11,5MByte - MP3)

"Lumina" von Firmin Decerf (geb. 1942)(6,75MByte - MP3)

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Zugabe: beide Organisten vierhändig : Hesse, Fantasie

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Die Walcker-Orgel in Wemmetsweiler, ausführlich beschrieben, mit Dispo und Bild

 

auf unserer ersten Seite gibt es: die Barkermaschine im Deutsch-Romantischen Orgelbau

Die Orgel in der Gegenwart: im Mai 1939 schreibt Dr. Hans Klotz, Aachen, im "Evangelischen Kirchenmusiker", noch völlig trunken von den Leipziger Musiktagen der Hitlerjugend und dem dort erschienen Schrifttum: "Aus dem vielfältigen Inhalt dieser Aufsätze gebe ich zusammenfassend folgendes wieder: In Zukunft wird jeder Feierraum des Volkes und der Bewegung grundsätzlich eine Orgel erhalten. Die Fragen der Orgelkunst werden damit in ungeahntem Ausmaß in den Blickpunkt der breiten Oeffentlichkeit gerückt. Für die Hitlerjugend ist in dieser Hinsicht die "Orgelarbeitsgemeinschaft der HJ" zuständig, die unter Gotthold Frotscher arbeitet. (..) Letzter Sinn der Feierstunden ist, das Gesetz des Allgültigen, des Bleibenden in die Gemeinschaft der Feiernden zu tragen. (..) die Durchschnittskonzertsäle reichen in dieser Hinsicht auch nicht entfernt an die Feierlichkeit der Raumwirkung unserer alten deutschen Kirchen heran. (..)Zur Wiedererlangung einer volkstümlichen Orgelmusikpflege gibt es kaum einen geeigneteren Weg als die Beschäftigung mit dem Positiv. (..) Johann Sebastian Bach: für die Hitlerjugend wird es unerläßliche Aufgabe bedeuten, dessen Werk im deutschen Volk einen Ehrenplatz zu schaffen." Zitate eines der ganz großen GDO-Menschen, und das nicht etwa in den ersten Tagen der Verirrung. Nein, nach 6 Jahren brutalster Zwangsherrschaft der "Bewegung", wo jeder Volksgenosse an allen Ecken des Landes die KZ's aufblühen sah und die Verfolgungen der Gestapo ihre Höhepunkte erreichten. Zu diesem Zeitpunkt eine solch widerwärtige Glorifizierung eines Volkstums zu vermitteln, das unter brutalster Menschenverachtung aus diesem Land einen geistlosen Folter-Kerker gemacht hatte, erscheint blasphemisch. Wir haben, um keinen Anlass zu geben, etwas aus dem Zusammenhang gerissen zu haben, das Blatt gescannt und als Link dem Titel unterlegt. Dass in der GDO noch keine Vergangenheitsbewältigung stattgefunden hat, erkennt man schon daran, dass genau wie in den 30er Jahren, man sehr schnell bei der Hand ist, "per Dekret fremde Erscheinungen auszuschließen", so wie man dort den letzten Juden von der Orgelbank gejagt hatte, und so wie es die  "kleinen Fürsten auf ihren Pfalzen" heute noch mit Orgelbauern tun. Von liberaler und humaner Orgelkultur sind wir hier in diesem Lande noch meilenweit entfernt. Wir haben ein Zwangssystem, das genau aus dieser Nazizeit stammt. Dafür haben wir heute aber die "Technik", an der man sich "sattschwätzen" kann, ohne dabei elementare Dinge, die mit Orgel und dem Menschen zu tun haben, je berühren zu müssen. (gwm)
29.Mai

Max Reger und Ligeti : genau vor einem Jahr habe ich ihn geschrieben, dazu ein verehrendes Bildchen von "Max" gemalt, das einen Orgelprofessor so begeistert hat, dass er eine Replik davon anforderte; einen Artikel der bis heute wohl über zweitausendundeinmal aufgerufen wurde. Manche Resonanz kam. Aber es ist mir schon klar, dass man als Orgelbauer keine essentielle Aussage über Orgelmusik machen kann. Noch weniger gelten heute polemisch überspitzte Aussagen über "den Zustand der Orgelwelt", auch wenn sie ihre Berechtigung haben. Der Grund ist sehr einfach: Das Geschäft des Orgelbau, und heute das der Orgelverwahrung, ist mit einer zutiefst reaktionären Klientel gesättigt, die maximal etwas "technische Zugeständnisse" an die Zeit macht, aber ansonsten noch irgendwo zwischen gotischem Mittelalter und Anfang der Renaissance geistig hängen geblieben ist. Galilei und der Humanismus werden noch bezweifelt, die Aufklärung ist noch fern. Wir sehen es am Besten an der "Verwaltung der Orgelbauer", hier ist noch nicht einmal der Neoliberalismus des 19.Jahrhunderts eingedrungen. Und die kleinen Diktatoren von der Pfalz bis Südschwarzwald scheuen sich nicht, Orgelbauer per Diktat von Aufträgen auszuschließen, die sie überhaupt nicht kennen. Wer hier noch den Christ in der Kirche findet, dem sei gratuliert. Mein Grund, warum ich mich zu Bach und Reger einfinde: dort leuchtet es noch,  mein "lux aeterna", übermenschlich erstrahlend.

Über spät- und nachromantische Walcker-Orgeln: Auf Grund einer Vertretung habe ich auf der Walckerorgel in der Johanneskirche in K. spielen dürfen, ich habe mittlerweile auf vielen Orgeln spielen können, aufgrund meiner Tätigkeit in Düren NRW auch auf recht großen Orgeln wie der 4 manualigen Steinmeyerorgel, die so ziemlich alle modernen Spielhilfen für Organisten hat. Aber ich muss sagen, dass die Walckerorgel in Kornwestheim, mit Abstand die beste war, auf der ich spielen konnte. Die Abstimmung bzw. die Auswahl der Register für diese Orgel ist wirklich gelungen, sie bietet einen jeden Kirchenmusiker beste Bedingungen zum Arbeiten. Ursprünglich komme ich aus Weimar, durch Zufall habe ich gelesen, dass die Stadtkirche Weimar ebenfalls eine Walckerorgel hatte, da es in Deutschland mehre Weimars gibt, wollte ich mich bei Ihnen erkundigen, ob es sich tatsächlich um Weimar-Thüringen handelt? Die Stadtkirche in Weimar Thüringen bekam ja vor  3 Jahren eine komplett neue Sauerorgel, wobei dieser Neubau in meinen Augen nicht gerade gelungen ist, sollte das Vorgängermodell tatsächlich eine Walckerorgel gewesen sein, dann würde ich es sehr bedauern, dass diese nicht Restauriert wurde, da man eine solche Qualität nicht bei jeden Orgelbauer bekommt. CB

Antwort:

Die Walcker-Orgel in Kornwestheim  wurde 1957 gebaut auf Tonkanzellen, während die Walcker-Orgel in Weimar als Opus 1255 genau fünfzig Jahre zuvor als typisch spätromantisches Werk mit Taschenladen gefertigt wurde. Sie bestätigen mir etwas, dass ich immer wieder genauso festgestellt habe, nämlich dass die Orgeln der 50er Jahre ihre klanglichen Qualitäten haben, die durchaus mit spätromantischen Orgeln parallel gehen, während wir heute Orgeln der „Schrei-und  Brüllphasen“ serviert bekommen, die eigentlich keiner will, aber alle bauen sie. Momentan bin ich in Bukarest an der Oscar Walcker-Orgel mit Restaurierung beschäftigt, und dort habe ich mich sofort mit diesem weichen, angenehmen Klang angefreundet, der beide Elemente irgendwie vereinigt, das „Spätromantische“ und das „Nachromantische der 1950er Jahre“. Ich hoffe nur, dass bei den gegenwärtigen Restaurierungen und Ausreinigungen nicht diese zarten Orgelklänge der spätromantischen Intonateure wie sie bis Ende der FünfzigerJahre sehr oft anzutreffen waren, nicht am Ende dieser Putz- und Historienaufbereitungen endgültig hinausgeblasen sind, weil man ja alle möglichen französischen Trompeten-Musikstückchen darauf gehört haben muss . Da habe ich viele ernüchternde Erfahrungen sammeln dürfen und hoffe, dass man zur Besinnung kommt, bevor alles nach schlechten Cavaillé-Kopien klingt.

In der Anlage ein Blatt von der Walcker-Orgel in Weimar, mit wunderschöner Disposition. Meines Wissens hat Sauer bereits in der 30er Jahren etwas Neues in Weimar eingebaut, und nun gibt es eben dieses klanglich indifferente Gebilde aus 1998, das in meinen Ohren nirgendwo richtig einzuordnen ist und weder "gut noch bös" ist. Der Gedanke, spätromantische Orgeln zu restaurieren ist im deutschsprachigen Raum nicht sehr alt. Das kam erst nach den 80er Jahren auf, und ist heute noch nicht in jeden Winkel durchgedrungen. Oft erlebt man als Orgelbauer, dass Menschen ein positives Klangphänomen beschreiben, das sie historisch nicht einordnen können, das aber seine Wurzeln in der Romantik hat, die doch eigentlich "Verfall" darstellt. (gwm)

Buchempfehlungena) Organista et homo doctus, Butzverlag 2008, wenn akademische Organologen zum Lateinern anfangen und das in berüchtigten Supper-Vokabeln, also  wenn die an der Gegenwart vorbeiplappernde ars criminalis organolis, es anpackt, einen der Ihren (Rudolf Walter) zu ehren, dann kann einem rasch der antike Sprachkoller einholen (man erspare uns drastische Beispiele). Dennoch, wer die Gefahr nicht wagt, der das Rettende nicht sieht. Sprich: von dem Orgelalltagsdeutsch der Wanderprediger und Forumsschwätzer wird ein nach Erkenntnis Lechzender kaum satt. Eher noch trans-spiriert denn inspiriert. So gesehen ist alle Literatur, die gründlich durchdacht ist, egal aus welchen Motiven, eine unübersehbare Quelle der Erweiterung des beruflichen Rahmens. Wir haben in dem Buch einige sehr interessante Artikel von Hermann Fischer, Wolfram Hackel, Christian Lobback. Enttäuscht war ich von dem gehaltlosen und maßstabslosen Bericht von Horst Sander über den Walckerschen Barkerhebel in der Votivkirche zu Wien, weswegen ich das Buch gekauft habe. Ein Füllstück gleich einer Werbeanzeige, ohne nennenswerten Informationswert - uns sind solche staubaufwirbelnden Sprüche, die man öffentlich klopfen darf, weitgehend verwehrt. Sehr überzeugend "Hermann Busch - Regers Orgelmusik in französischer Sicht".  b)  Zur Orgelmusik Olivier Messiaens, Butzverlag 2008. Man müsste französisch nicht nur sprechen sondern auch träumen können - um den ganzen und komplexen Inhalt jener Musik  Messiaens zu fassen zu kriegen. Aber, als Deutscher ohne jene Sprachkenntnis haben wir immer auch irgendwie den Zipfel des Geheimnisses oder der Verheimlichung in der Hand - auch beim Durchblättern dieser rein musikalischen Seiten, die von Reimund Böhmig, Hermann Busch, Michael Heinemann, Burkhard Meischein und Lydia Weißgerber erstellt wurden. Reinste Musikinterpretation in Begriffen!! Für Organisten mit Sicherheit eine wichtige Lektüre, für Hörer, die Messiaen hören, und das ist eine seltsame Spezies, eine grandiose Bereicherung. (gwm - nach einer Buchprüfung)

Impressum : 

Besitzer : Orgelbau Gerhard Walcker-Mayer

G. Walcker-Mayer (gwm) gewalcker@t-online.de

Telefon 0049 6805 - 2974 oder 0049 170 9340 126

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