walckerBlog  20.10.08

aeolineBlog 03.Nov.08          

EFW-Blog 27.Mai

walckerflash.de 09.Aug.

   NEWS 2008/04

 

 

 

27.Nov

Leichen im Keller, sprich im Pfeifenwerk, finden sich in mittel-und südamerikanischen Orgeln genügend. Allerdings bin ich noch nicht mit einem solchen Exemplar, wie hier gezeigt, konfrontiert worden. Es handelt sich um das C der Oktave 4' im II.Manual - sehr schön beschriftet mit Montre 8' C, Costa Rica.

Wiedereinweihungsfeier mit Orgelkonzert am 14.Dez.08 in der Kathedrale von San José. Das Instrument wird in einem Gottesdienst am Sonntag, den 14. Dezember um 10Uhr30 wieder in Betrieb genommen und nach der Messe mit einem Konzert dem Publikum vorgestellt. Noch sind fast drei Wochen  intensivste  Arbeiten zu verrichten, und wer meint, man liege ganz behäbig am karibischen Strand und nipple bedächtig an den verschiedenen Abarten von Tequila Sunrise Longdrinks, den kann ich beruhigen: es ist schwieriger als erwartet. Morgens Stau, eine Stunde Zähfliessender. Abends Stau, ebenso. Tagsüber: der ganze Krach der Stadt versammelt sich in der Kathedrale, als sei "Lärm" ein katholischer Heiliger. Zum Mittagessen, noch mehr Krach.  Nur hoch über den Bergen, dort wo immer die Wolken tief hängen, da ist es still, da kommen wir nur sonntags hin.

Sehr empfehlenswert sind nach Ansicht eines us-amerikanischen Orgelprofessors unsere beiden Artikel "Zurück in die Zukunft der Orgel" und "Reger-Ligeti". Über Letzteren habe er sich halb tot gelacht, auch deswegen, weil man schon sehr respektlos Orgelmusik hören muss, um so etwas Verdrehtes schreiben zu können. Wie ich meine, sollte Orgelmusik nie geradlinig romantisch gehört werden, immer ironisch. So kann die Orgel, wie die Geliebte, nie tief sein, weil sie letztendlich der  G r u n d  ist.

25.Nov

The Walcker-organ in Stockholm City Hall  on videos on YouTube. Since the inauguration wasn't open to the public, they are the only known audio-visual documentation of the refurbished organ available so far. So I thought that I should send the links to you in case you are interested. Improvisation at Stockholm City Hall

http://www.youtube.com/watch?v=rphQRrNho5M&fmt=18

(Not sure how this recording was made but I suppose it was done by someone in the audience with a hidden recording device. Pictures where added later to make a slide show to the music.)Some very short clips. Probably shot with a simple cam (although with stereo sound) right before or after the inauguration. They give a visual impression of the hall and the new console. Note the unusal seating arrangement.

Toccata - Live at Stadshuset in Stockholm - I

http://www.youtube.com/watch?v=bH9BtYNH1uc&fmt=18

Toccata - Live at Stadshuset in Stockholm - II

http://www.youtube.com/watch?v=JsAyzm1969E&fmt=18

 Toccata - Live at Stadshuset in Stockholm - III

http://www.youtube.com/watch?v=9b42PV6quCY&fmt=18

I'm sorry for not being able to write in German, but I hope you can understand me anyway.

Sincerely Stefan Lindström

 

Neuerscheinung zum 100. Geburtstag von Olivier Messiaen am 10. Dezember 2008 "Zur Orgelmusik Olivier Messiaens Teil 2, von der Messe de la Pentecôte bis zum Livre Du Saint Sacrement, Herausgegeben von Hermann J. Busch & Michael Heinemann, Mit Beiträgen von: Michael Heinemann, Hermann J. Busch, Reimund Böhmig, Burkhard Meischein, Paul Thissen und Lydia Weißgerber. Best.-Nr.: BuB 09  -  ISBN 978-3-928412-09-4, 248 S. / 19,00 €, Butz-Verlag,  Pünktlich zum 100. Geburtstag des Komponisten Olivier Messiaen am 10. Dezember 2008 erscheint Teil II der Reihe „Zur Orgelmusik Olivier Messiaens“, der wertvolle Beiträge zu den nach dem zweiten Weltkrieg entstandenen Orgelwerken enthält. Neben der Beleuchtung der kompositorischen Entwicklung Messiaens nach 1950 und der ausführlichen Kommentierung einzelner Werke enthält der Band Texte, in denen Messiaen selbst auf kompositorische Details seiner Werke sowie auf die theologische Dimension seiner Musik Bezug nimmt. Die Ausgabe folgt in Aufbau und Konzeption dem bereits im Frühjahr erschienenen ersten Teil der Reihe, der sich mit den vor 1950 verfassten Orgelwerken auseinandersetzt.

 

ein Brief aus CA über Europa und den Rest der Orgelwelt: Sehr geehrter Herr D. , (..) Ich habe mich lange mit meinem zeitweiligen Kampfgenossen Claudius Winterhalter auseinander gesetzt, der ja als einziger Orgelbauer im Süden noch wirklich kreative Sachen macht. Diese Kraft und Zeit in Sachen Mikrokosmos Deutschland habe ich nicht und ich will mich auch nicht mehr mit diesen Oberlehrern, die mit ihren drei Orgelstücken aufglänzen wollen, aber ansonsten ein trostloser Haufen Dummköpfe sind, herumschlagen.

Die Dortmunder Walcker-Orgel wird, wenn wir sehr viel Glück haben, vielleicht aus politischen Gründen unter Denkmalschutz gestellt. Aber Sie können sicher sein, dass jeder Verantwortliche dann dort, einen riesigen Bogen um mich machen wird, da ich ja das veranlasst habe, also das Querfeuer gelegt habe. Das haben mich bereits mehrere Leute wissen lassen – und es ist mir gleichgültig. Diese Orgel zu erhalten war einfach ein Gebot der Stunde – wie auch die Villa Bergsche Orgel, wo man ja immer noch in der Hinterhand mit einer Verschiebung in andere Häuser spielt.  (...)

Ich habe die  Mühleisen in Stgtt-Stiftskirche einmal live gehört und ein paarmal über verschiedene Aufnahmen. Es gibt meiner Meinung nach nicht die richtige Orgel, oder die falsche. Sondern, das ist meine Erfahrung der letzten Jahre, es gibt Instrumente die zu bestimmten Zeiten ganz bestimmte Wirkungen haben. Das ist wahrscheinlich das Geheimnis aller Esoterik. Wenn wir zur falschen Zeit eine gute Orgel hören, oder umgekehrt eine schlechte Orgel zur richtigen Zeit, entstehen eine Art Dämpfungsmomente, die wir meist nicht richtig deuten können. Ist aber der sagenhafte scheinbar „zufällige“ Moment der richtige und auch die Orgel, dann haben wir ein ungeheures, tiefes Erlebnis, an das wir immer wieder zurückkehren, und das uns als Messlatte für andere Erlebnisse dient. Daher will ich sagen, dass wahrscheinlich sehr viele Orgeln aus den 60er Jahren nur ihre Berechtigung in dieser Zeit gehabt haben. In der heutigen Zeit ist es daher angebracht, einige dieser wichtigen Orgeln zu halten, auch wenn wir nicht mehr dieses Initialerlebnis mit diesen Instrumenten finden können. Dies ist der schwierige Prozess der mit historischer Wirklichkeitsfindung zusammen hängt und den diese Orgeltröpfe rund um den jämmerlichen Zustand der heutigen Kirchen nicht finden können. Weil sie eben in einer Kirchenroutine hängen geblieben sind  und einer Auseinandersetzung mit der Geschichte gar nicht mehr gewachsen sind. (Man muss ja nur beobachten mit welch niedrigen Auflagen wirkliche Spitzenbücher der Orgelgeschichte, wie das von Dr. Markus Zepf, über die Praetoriusorgel, verkauft werden - und die überhaupt nicht im armseligen ARM ORGANI diskutiert werden)

Was Sie über die Registrierungskünste von Isoir sagen, das ist genau der Punkt. Jene Organisten sind eben außerhalb dieser Routine zu finden, es sind Künstler und frei denkende Menschen, denen es geradezu ein Bedürfnis ist, aus einem Instrument alle Feinheiten herauszuholen, während der Orgelsachverständige als Bürokrat, gerade alle Freiheiten hasst, weil sie ihm seine fertig vorliegenden Schematas kaputt schlagen.

Ihnen und Ihrem Sohn wünsche ich, dass Sie weiterhin viele Orgeln finden, die Ihnen Freude bereiten, das ist doch letztlich das Wichtigste. Alles auf die Orgel hinzu Produzierte, alles künstlich drauf Geladene, alles dieses Geschwätz und die von persönlichem Interesse geleitete Dialektik rund um die Orgel, alles das soll bei einem schönen Orgelkonzert außen vor bleiben -  dann haben wir einen Schritt wieder getan zu einer ideal daher schreitenden Königin.

Mit bestem Gruß

Ihr Gerhard Walcker-Mayer

23.Nov

Nach zwölf Jahren Schweigen wieder spielbar. Vor über zwölf Jahren hat die Schyven-Orgel ihre letzten vernehmbaren Worte gesprochen, danach musste das Instrument eine musikalische Regenerierungsphase von über 12 Jahren einlegen. Heute erklang das Instrument wieder im Beisein der beiden costa-ricanischen Orgelfreunde Bosco Ramirez und Orlando Vega. Das wurde zuvor mit einer kleinen Gedenkminute bei einem Pappbecher Café bei Wendy´s gewürdigt. Bosco erzählte bei dieser Gelegenheit dass anstelle der Schyven-Orgel vorher eine Cavaillé-Coll Orgel stand, 1850 gebaut, die 1888 durch ein Erdbeben zerstört wurde. Und er übergab mir eine Abschrift des originalen Schyven-Kostenanschlages vom 27.Jan. 1889 in dem kurioserweise das Hauptwerk auf dem 2.Manual und das Positif auf dem 1.Manual plaziert wurde. Der Klang dieser Orgel, soweit lässt sich bereits absehen, wird eine ungeheures Aufleben der Orgelmusik in dieser Stadt nach sich ziehen, weil wir hier wunderbare Trompeten, vielleicht ein etwas zurückhaltendes Princ.Plenum und zarteste Streicher vorfinden. Etwas das es im heutigen Costa Rica so nicht gibt. Ein Problem allerdings stellen die zarten Intonationen der Labialregister dar: hier in Süd- und Mittelamerika hat es sich eingebürgert, dass geöffnete Kirchen mit weit aufgerissenen Türen den Lärm der Stadt in voller Bandbreite in sich aufnehmen. Selbst während den Gottesdiensten und Orgelkonzerten wird nie das Brausen der Verkehrsfluten durch geschlossene Türen behindert. Ich kann mich nur an ein einziges Konzert erinnern, wo durch meinen heftigen Protest beim Pfarrer die Türen einmal zugemacht wurden. In Don Bosco, San José, vor einem Jahr, während eine junge Französin auf einer Walcker-Orgel konzertierte. Jedenfalls führt dieser Lärm dazu, dass kaum ein Hörer im Kirchenraum etwas von den zarten Salicionalen und Violen di Gambas etwas mitbekommen wird. Steht ein mit voller Power aufgedrehter PKW an der Ampel, in gerader Linie zur Haupteingangspforte an der Kathedrale, so passiert es gut und gerne, dass man den Pfarrer während der Messe nicht mehr wahrnimmt, dafür hört man dann lebendige Werbung der Radiosender.

hier ist unser CostaRicaWeb mit Bildershow aus Orgel, Land und Leuten mit Orgelmeditationen

Wer sich berühren lässt vom Transzendenten, lernt die Ekstase und die Trauer, die Liebe und das Mitleid. "Die Kraft des Anstößigen" ein hervorragender Artikel der heutigen SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG zeigt, dass dort wirklich großartige Journalisten wirken. Dieser Artikel beleuchtet die Problematik der Kirchen in Deutschland aus einer Sicht, die man viel zu selten bereit ist, einzunehmen: in wenigen Jahren wird es in diesem Lande nur noch 50% der Bevölkerung geben, die sich mit der Kirche befassen. Auch mein Eindruck: Religion ist nicht im Kommen, sondern sie verdichtet sich in Einzelnen, dort aber ist Kommendes.

21.Nov

die Schyven-Orgel in San José und ihre Probleme: hierzu haben wir momentan eine Menge Anfragen und Diskussionen. Besonders deswegen, weil natürlich niemandem so recht schlüssig einleuchten will, dass nach über 2 jähriger Restaurierung ein Instrument nicht spielbar sein kann. Ich bin momentan mit geradezu grotesken Fehlern der Regulierung rund um den Barkerhebel beschäftigt, die mit einer Spieltraktur von rund 4mm Reise betrieben wurde, und wo alle Leder-Regulierstellen durch Oxidation völlig festgefressen sind. Die beiden hier gezeigten Bilder, typische Fehler, wie sie hier am laufenden Band auftauchen, lassen erkennen, mit welchen Problemen diese Orgel zu kämpfen hat. Nämlich mit einer Vielzahl an potentiellen Heulerquellen, die nicht nur auf ein schlecht bearbeitetes Element hinweist, sondern die sagen, es gibt hier nichts, was nicht überprüft werden muss. Oben links handelt es sich um die Koppelschaltung zum I.Manual, wo die Ledermuttern über die Wippen hüpfen und für Heuler gut gesorgt ist. Unten rechts haben wir eine Spaxschraube die in die historische Hauptwerkslade getrieben wurde und das g''' der vorderen Kanzellen zum Durchheulen aufforderte. Die hinteren Kanzellen hat Schyven nach Cavailléscher Manier für die Zungen reserviert, mit hohem Winddruck.

Aufforderung zur Abgabe von Angeboten von Orgeleinbauten in zwei Städten in  Russland, außerdem ein Angebot vergleichbar der Restaurierung der Bukarester Orgel in Rom, wo wir wahrscheinlich noch dieses Jahr einen Trip unternehmen, um die dortige Orgel mit über 80 Register aufzunehmen, halten uns  mit der unheimlichen Begeisterung hier in Costa Rica, wo wir so ganz nebenbei noch die Aufforderung erhielten ein Restaurierungsangebot der zweiten Schyven-Orgel des Landes abzugeben, sehr in Trab, und ganz bestimmt nicht in der Bewusstheit nun langsam etwas kürzer zu treten.  "Bleiben Sie doch hier in Mittelamerika, hier ist für Sie genug Arbeit", hat mir vor zwei Tagen ein Landsmann entgegnet - aber wie ich sehe, ist die Welt doch viel größer als Amerika und Europa. Als global Player kennt man nur einen Planeten, und nicht Erd-teile, höchstens Erd-beben.

19.Nov
Erdbeben: heute Nacht war hier in Costa Rica ein Erdbeben von rund 1min. Dauer. Unheimlich. Von der Stärke (6,5 auf der Richterskala) und Intensität her etwas vollkommen Ungewohntes. Da schläft man nicht mehr so schnell ein. Tote gab es nicht. Hunde und Katzen haben verrückt gespielt.

Da war Musik drin..., der Saalbau in Recklinghausen beherbergte einst  eine große Walcker-Orgel. Artikel von "Der Westen".

18.Nov
Auf Einladung des belgischen Botschafters Baron Gillés de Pélichy wurde ich heute von Frau Dr. Monar, der Stellvertreterin des deutschen Botschafters in Costa Rica, ins Palais der belgischen Botschaft in San José geleitet, und konnte dort drei Stunden in einem herrlichen Garten an der großartigen Feier zum 150 jährigen Bestehen dieser Botschaft teilnehmen. Grund der Einladung war meine Arbeit an der belgischen Schyvenorgel, die natürlich hier in Costa Rica ganz große Aufmerksamkeit erregt. Neben fast allen Botschaftern, die in Costa Rica akkreditiert sind, waren weitere Personen aus Wirtschaft und Kultur zugegen, die mich interessiert  nach dem Fortgang der Arbeiten  an der Orgel in der Catedral Metropolitana befragten. Sowohl der argentinische wie der brasilianische Botschafter waren hervorragend über diese Orgel informiert und wünschten mir viel Glück für diese Arbeiten. Dem englischen Botschafter, einem Schotten, konnte ich eine geografische Neuigkeit übermitteln in Sachen Schottland, er kannte nicht "Tomintoul", eine Kleinstadt auf den Highlands, wo wir im Sommer nächstes Jahr eine Walcker-Orgel aus 1903 restaurieren. Der Baron de Pélichy hat in seiner Rede ausdrücklich die deutsche Initiative in Sachen "belgischer Orgel" hervorgehoben, und augenzwinkernd auch eine deutsche Finanzierung der Sache begrüßt,  "das ist halt Europa" , was nun aber nicht ganz den Tatsachen entsprach. Am Rande sehr hintergrundreiche Gespräche mit einflussreichen deutschen Einwanderern, die hier Gott + die Welt seit Jahrzehnten kennen gelernt haben und wissen wohin man sich in der Not wenden muss. Vom spanischen Botschafter wurde ich aufgefordert, die beiden spanischen Instrumente in Costa Rica zu benennen und in einer deutsch-spanische Kulturinitiative in  eine vergleichbaren Aktion herzurichten, wie das vor einem Jahr mit der deutsch-französischen Initiative geschah. Man sieht also, dass Europa in Mittelamerika sehr viel von Orgelbau und seiner alten Orgelkultur wiederbeleben möchte und sich zweifellos damit auch identifiziert.  Nach drei Stunden "Diplomatie" war ich aber gottfroh wieder in meine Orgel einzukehren.
16.Nov
Erster Reisebericht aus Costa Rica, wo neben der Muncipal-Orgel auch ein weiteres Instrument vorgestellt wurde, das ich durch Zufall gefunden habe. "Ich glaube es ist aus Belgien", sagte der Pfarrer, aber dann war ich höchst erstaunt ein wundervolles Instrument einer berühmten Firma zu finden. Zwar unspielbar, aber sicher ist es ein nur üblicher Aufwand, diese Orgel wieder herzurichten. Wir werden für den Pfarrer noch eine Dokumentation erstellen, damit er eine Grundlage zum Spendeneintreiben in der Hand hat, die wir dann auch hier vorstellen wollen.

Feedback zum Bukarester Heft: Sehr geehrter Herr Walcker-Mayer, mit großer Freude habe ich die spannende Dokumentations-Broschüre der Orgel Ihres Urgroßvaters in Bukarest erhalten und bedanke mich bestens. Mit großem Interesse habe ich das spannende Heft in einem Stück durchgelesen und denke, dass das sicher auch eine gute Referenz für künftige Bewerbungen um ähnliche Arbeiten sein dürfte?! Das müssen ja schon sehr bewegende Momente für Sie gewesen sein, so direkt auf den Spuren des bedeutenden Vorfahren zu wandeln!? Wahrscheinlich aufgrund der persönlichen Verbindung noch ungleich spannender und erfüllender als die Arbeit an den Orgeln anderer bedeutender Meister. Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie noch in ähnlicher Weise an anderen alten und mittelalten Walcker-Orgeln arbeiten dürfen und bleibe in diesem Sinne und in Vorfreude mit Ihnen der Wiedereinweihung dieses meisterhaften Stücks Walckerscher Orgelbaukunst beiwohnen zu dürfen und mit besten Grüßen von Luxemburg nach Costa Rica, Martin Doll

Sehr geehrter Herr Walcker-Mayer, herzlichen Dank für die Zusendung des gelungenen Heftes der renovierten Orgel im Atheneum. Und ebenfalls ein anerkennendes Dankschön für Ihren unermüdlichen "ehrenamtlichen" Einsatz rund um die Orgel! Mit besten Grüßen L.Z

14.Nov

Halbe Reise, wird man am Ende des Tages gefragt - das ist in good old Germany 2:00 früh und hier in San José  19:00Uhr, ob man denn nicht vollständig gereist sei? Jeder Orgelbauerlehrling wird spätestens am dritten Tag seines Auszubildendendaseins darauf hingewiesen, dass die "Halbe Reise" das Wichtigste im Leben des Orgelbauers ist. Nicht gemeint ist, dass man mitten auf dem Atlantik abspringt. Um was handelt es sich dann ? Es dreht sich darum, dass alle Trakturelemente bei "halber Reise" den optimalen Zustand von 0 oder 90 Grad zum bewegenden Teilglied erreichen.  Ein Winkel, der 8 mm Gang macht wird so reguliert, dass er nach 4mm Reise mit beiden Schenkeln exakt 90 Grad zu den bewegenden Abstrakten steht. Eine Horizontalwippe befindet sich also erst bei halber Reise genau horizontal. Wird eine Traktur außerhalb dieses Grundsatzes von der halben Reise reguliert, so hat man in der Regel Probleme bei den Trakturelementen, weil "Würgeeffekte" an den Angriffsspunkten entstehen.

San José- first contact - eine Lebendigkeit in dieser Stadt, die regelrecht überpulsierend und aufputschend für vom jetlag getrübte Sinne sein kann. Weniger die "Schyven", die schon gehörig ihre Probleme kund getan. Sehr gute Qualität des Ausgangsinstrumentes, sehr schlechte Wartung und Reparatur der letzten hundert Jahre - überhaupt keine Basis-Regulierung der Mechanik, die an ursprüngliche Grundlagen erinnern würde. "Halbe Reise" kennt man hier nicht, nur g a n z  falsche. Wenig funktionierendes Material, am wenigsten die Barker, die über Fußpistons die Koppeln betätigen sollen. Blas- und Singgeräusche in der Orgel, die an verstorbene Orgelbauer gemahnen. Die Begeisterung, mit der wir hier angetrieben werden, muss sich letztendlich im Material niederschlagen. Morgen wohl Kontaktaufnahme mit Weikersheimer - alle Baumärkte hier sind schon abgegrast. Es scheint, als habe die ganze Stadt den Artikel über die Arbeiten an der Orgel gelesen: alle wissen, dass es nun bald wieder gute Orgelmusik in der Stadt gibt, nur der Orgelbauer, der arbeitet noch an seiner Hoffnung.

11.Nov.

inzwischen gut in Costa Rica gelandet, finde ich eine wichtige Email vor, die mich auf einen Fehler meinerseits aufmerksam macht in Bezug auf die von Willem Tanke bespielte Orgel. Es handelt sich nicht um eine Marcussen, sondern um die Adema-Orgel in der Kathedrale St. Bavo zu Haarlem. Dank an Erik van der Heijden für die Aufklärung. Das ist ein gigantisches Instrument, das u.a. wieder beweist, dass in Holland einfach die besten Orgeln versammelt sind. Nochmals, Gratulation nach Haarlem, Gratulation an Willem Tanke, von dem ich zwischenzeitlich ebenfalls Nachricht bekommen habe, wo wir erfahren, dass zwei Videos von ihm mit Messiaen auf Youtube sind: http://www.youtube.com/v/lZfkUgazCtM und  http://www.youtube.com/v/rbNKxRims1s .

Ich selbst habe mich inzwischen mit der Schyven-Orgel in San José beschäftigt, und erfahren, dass die Presse sich am Sonntag  aktiv um die Sache gekümmert hat, mit Bildmaterial aus der Orgel. Hier haben wir tagsüber schönsten Sonnenschein bei 28 Grand Cels und immer eine gute Tasse Costa Rica- Cafe in der Hand, da brennt nichts an. Und neben lockeren Tangorhythmen sind tiefe Gebete unsere ständigen Begleiter, um das vorgegebene Arbeitsziel nicht aus den Augen zu verlieren.  Orlando hat uns bereits in der Kathedrale besucht: drei Orgeln im Lande haben Initiativen losgetreten, die voraus sagen, dass wir nicht das letzte Mal hier waren. Ole - nun fehlen nur noch die mit karibischen Drinks bewaffneten und hüfteschwingenden girls, um den Orgelbaueralltag auf ein lockeres   Niveau "after Bukarest" anzuheben.

 

REDUNDANT PIPE ORGANS : M0138 die John Laycock Organ aus 1871 mit II/20 steht zum Verkauf

09.Nov.

Unheimlich schön: das Amsterdamer Loeki Stardust Quartet "THE ART OF FUGUE" - "DIE KUNST DER FUGE" kann kostenlos angehört werden auf http://www.lastfm.de/music/Amsterdam+Loeki+Stardust+Quartet , oder man kauft die CD bei 2001. Wo es übrigens auch "MESSIAEN ORGAN WORKS" gibt, gespielt von Willem Tanke : grandios!! auf grandioser Orgel. 8 CD's zu moderatem Preis. Siehe auch www.willemtanke.com  dazu eine weitere Antwort: Mir gefallen diese Marcussen Orgeln überhaupt nicht, aber diese Orgel wurde mit Sicherheit später klanglich überarbeitet und ist hervorragend. Von den Streichern bis zu den Zungen ein klarer transparenter Klang und ein unheimlich feines Crescendo, bestimmt auch gut für Reger und teilweise romantischer Orgelmusik geeignet. Messiaen ist und bleibt ein Komponist von romantischer Musik, vielleicht der letzte. Er hat nie diesen modernen Kopf gehabt wie Ligeti. Immer Herz. Deswegen wird Messiaen Ligeti um Längen überleben. Wir steuern auf eine neue Romantik zu – lassen Sie die Leute mal mit ihren technischen Spielzeugen ein paar Jahre herumspielen, dann kommen Sie und wollen wieder mechanisch erzeugte Musik. So ist das halt mit Weihnachten im Kindergarten- am Schluss spielt man mit der Verpackung. gwm

 

Die Walcker-Orgel der St. Michaels-Kirche in Weiden ist in Semogo wieder aufgebaut worden: http://www.oberpfalznetz.de/onetz/1585581-118-orgel_schafft_oekumene,1,0.html
http://www.pradella-organi.it/images/all/semogo/semogo.htm  und ich bin überzeugt, dass diese Orgel besser klingt, als jede "Max-Reger-Orgel".
 

Hefte Atheneum Bukarest sind heute postfertig gemacht worden und werden morgen und übermorgen versand. Dann, wenn ich bereits über den Wolken des  Atlantiks verschwebe mit Olivier Messiaen im Ohr, gespielt auf der Rotterdamer Marcussen.

 

Costa Rica, San José : bereits gute Erwartungsstimmung dort und leichte Bedenken, wie in der geplanten, sehr kurzen Zeit, die schönste, größte und interessanteste Orgel des Landes wieder spielbar gemacht werden kann. Hier jedenfalls Rückfragen von der größten Tageszeitung des Landes:  I have read in your blog that you are coming to Costa Rica in order to fix the organ of the Cathedral of San José. We would like to publish an article about this before your arrival. I would like to know if you can give us some more information about this project, specifically if you will be able to finish your job in such a short time and what kind of repairs you believe will need to be done to this organ. Yours sincerely, Pablo Fonseca, Journalist  - http://www.nacion.com

.... don´t worry, we´ll succeed

am 10.November ist es soweit: "America, now you have some good presidents, you have some better temperatures than Europe, now we come....". Dann wird man in erster Station "Miami" mit Fingerabdrücken wieder behandelt und als verschärfter Gegner des McDonaldinismus den ersten originalgetreuen "Burger" subkonsumieren, um das einzige dort auffindbare Kulturmerkmal unter die Lupe zu nehmen. Soweit es die "wireless" zulässt werden wir täglich eine kurze Story über den Atlantik schicken. Schwerbewaffnet mit Tascam und Nikon und der erwarteten Begegnung mit hochmotivierter Organista aus aller Welt, sollte dies ein hellerleuchtetes Spektakel geben. Erst an Weihnachten wird man sich von den wohligen 26Grad Celsius verabschieden - vielleicht reicht das Feuer, um den Winter schadlos in germanischer Höhle verbringen zu können, wo man die brennenden Augen an den Früchten der Inkas und Mayas kühlt

 

Bauet Orgeln mit Liebe und Sorgfalt: sah ich mit einiger Einfalt den Spamtrailer der Firma Seiffart (bei Köln) den der ZDF-Dokukanal am 8.11.08 ausstrahlte und wo ein äußerst lebloser Bossert (97 + - 3Jahre) gegen eine orgiastische Apkalna, die wie weiland Hilde von Bingelen, mit der primären Werbeaussage ins Ikonenhafte heiligenscheinbewaffnet aufklonte: "seid begeistert - dann geistern die Gespenster in die Pfeifffen und klöngen sau herrlich wai uns da Vorfaahren so getuhn!" In jedem Falle war ich restlos von den Schauspielern überzeugt, besonders den Darstellern der Orgelbauer, die gegen alles Spezialistentum gesetzt, von der Auslese der edlen Hölzer bis zum Zuschnitt der teils krömblichen Wippen gar alles fest im Griff zu haben schienen. Und man meinte sogar einen jener Akteure am Beerdigungs-Spieltisch einen richtigen Akkord anhalten gehört zu haben. Eine grundehrliche Show. Etwas vermisst habe ich Thomas Gottschalk, der sicher die eine oder andere wichtige Frage mit gleichzeitiger Antwort auf der Zunge gehabt hätte. Dieses Video muss ins Netz - das schlägt allen Sarah-Palin-Komikern zur Freude - dem Orgelbau die entscheidende Brücke zur Satire. (gwm)

 

03.Nov.

Nobelpreis für die beste Orgel, wurde auch dieses Jahr leider nicht vergeben, aber in eben jenem Saale, der für die Preisverleihung zur Verfügung steht, in der Blauen Halle in Stockholm, wird nun die restaurierte Walcker-Orgel am 18.November eingeweiht, zu der ich ebenfalls eine Einladung (für recht geringe Zuträgerdienste) erhalten habe. Aber die ich leider nicht wahrnehmen kann, weil man auf der anderen Seite des Globus an alten Orgeln herumschrauben muss. Während also auf der ROUTE SOUTHAMERICANA die letzten indianischen Orgeln zurechtgerückt werden, wird hier in good old Europe eine weitere Oscar-Walcker-Konzertsaalorgel, zumindest vom Pfeifenbestand angenähert original, hier wieder das Licht der Welt erblicken. Etwas, das offensichtlich die Deutschen überhaupt nicht mehr auf die Beine kriegen. Dafür stehen hier an jeder denkmalgeschützten Pfeife dann zehn Sachverständige, und bei jeder Ausreinigung mindestens 3 solcher Würdenträger, die alles tun, um jegliche frische Luft ins Kulturvakuum gründlich abzuwürgen. Die Freiheit der erniedrigten Kreatur, von der so mancher Orgelbauer noch geträumt hat, überall finden wir sie, nur an manchen Stellen im verdichteten deutschsprachigen Raum, da kann man sie nicht einmal mehr im Wort finden. Weil dort panikartige Angst herrscht. Die Vetternwirtschaft, die auf primitivste Methoden ausgerichtete Orgelbauvergaben, die blanke Korruption, all das was heute in Markt und Wirtschaft zumindest in Deutschland rigoros bekämpft wird, weil es letztendlich zur Krise geführt hat, all das blüht in hellster Buntheit weiterhin unbefragt im Orgelgeschäft, weil kein Mensch sich bemüßigt fühlt, die katastrophalen Folgen des Sachverständigenwesens in Deutschland einmal auf den Tisch zu knallen und als Strukturfehler des Systems zu brandmarken. Eine äußerst beängstigende Situation. (gwm)

 

Wir haben Velin Iliev, Professor und Organist in der Philharmonie in Sofia gewinnen können, für CD-Aufnahmen im Feb.2009 in Bukarest verschiedene Stücke einzuspielen. Programmpunkte: Praeludium und Fuge vom späten Bach, u.a. h-moll, BWV 544, Max Reger Introduction und Passacaglia in d-moll, die letzten drei Choräle von C. Franck und zwar II Choral in h-moll, außerdem die rumänische Orgelmusik, welche auf dieser Orgel nach 1964 uraufgeführt wurde. Mein Wunsch wäre eine DoppelCD auch mit Komponisten aus der Orgelbewegung. Dazu im Februar mehr.

 

Radulescu in Regensburg und Kooimann in Ottobeuren sind zwei Pressemitteilungen (pdf), die von entsprechenden Aktionen vergangener Tage erzählen. Weitere Veranstaltungen sind:

Studienreise zum 100. Geburtstag von Olivier Messiaen nach Paris  (d, e, f) (7. – 10.12.2008) ● Orgelwettbewerb!? Kurs zur Wettbewerbsvorbereitung für junge Organisten (d. e) (3.-5.4.2009) ● Orgeltour Paris (Woche nach Ostern) „Gaston Litaize zum 100. Geburtstag“ (d, e, f) (15.-19.4.09) ● Orgelakademie Albert Schweitzer in Königsfeld / Schwarzwald mit Daniel Roth (d) (15.-17.5.2009)    (in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Orgelfreunde GdO) ● Orgelkurs zum Mendelssohn-Jahr mit Prof. Dr. Ludger Lohmann in Herzberg (d. e) (3. – 7.6.2009) ● OrganTourGermany „Domorgeln am Rhein und Leipzig“ (e) (5. – 12.7.2009) ● Orgelakademie Oberschwaben (d,. e) (30.7. – 2.8.2009) ● „Orgelfest Ottobeuren“ mit J.N.-Holzhey-Symposium Kurs, Vorträge, Konzerte (d) (16. – 20.9.2009) (in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Orgelfreunde GdO) ● Akademietage Regensburg  (15. – 17.10.2009) ● Orgeltour Paris 2010 (Woche nach Ostern) (d, e, f) (7. – 11.4.2010) [Veranstaltung in d = deutsch, e = englisch, f = französisch]ORGANpromotion • mg-music  • 18 Jahre Orgelmanagement in Europa

 

Mixturen der Spätromantik,neuer Blog, am Beispiel der Rotterdamer Walcker-Orgel Bj. 1915, die heute in Doesburg steht und dort über CD's und natürlich auch direkt klanglich  erfasst werden können. Leider sind einige der Mixturen geändert worden. Mit Sicherheit sind die hier gezeigten Mixturen eine ganz großartige "neue" Wegweisung.

 

Mixturen und ihre Zusammenstellungen ab 1864 ein neuer Blog auf unserem aeolineBlog. Sehr intensiv konnte ich mich klanglich mit verschiedenen Mixturzusammenstellungen auseinandersetzen, weil in der Orgelbewegung und damit an unserer Orgel im Atheneum neue Erfahrungen mit solchen Zusammensetzungen gemacht wurden. Man hat die alten terzhaltigen Mixturen gegen größere Anzahl an Chören ersetzt, was nicht immer glücklich war. Eine Terz in einer Mixtur bringt zunächst einmal einfach nur mehr "Intensität" nicht "Lautstärke". Am Ende des Tutti noch eine terzhaltige Mixtur draufgesetzt, das erbringt noch einen Kick an Mehrklang, der deutlich gehört werden kann. Und außerdem erlaubt die Terz bei kleinen Orgeln eine Annäherung an feine, hochliegende Glockentöne, die dann mit Septimen tatsächlich auch später wieder in den orgelbewegten Instrumenten aufgetaucht sind. Das werden wir in einigen Tagen an einigen Musterbeispielen zeigen. In jedem Fall hat EFW bei kleineren Orgeln auf dem 1 3/5' geendet, was schon ein gutes Gehör zum sauberen Einstimmen erfordert. Bei nächster Gelegenheit will ich hier noch die Mensuren erkunden, weil mit Sicherheit diese Terzen weiter dimensioniert waren, vielleicht enger labiert. Nicht verwechselt werden sollen Terzen die mit Quinten und Gedackten einen Zungenersatzklang fabrizieren sollen, denn diese sind grundsätzlich anders mensuriert als die Terzen in den Mixturen der Orgelromantik. Sehr interessant ist, dass bei einem Doppelchor des 1', eine gedeckte  und ein offene Pfeife von Eberhard Friedrich eingesetzt wurde. Das Arbeitsbuch von 1864 trägt zu Beginn noch seine Handschrift. Lassen Sie sich von den Mixturen des Meisters überraschen!

 

Nacht ist es, in Bukarest - und damit wachsen manche Gespenster ins Unermessliche, und manche Musik ins Erhabene....Nacht ist es, so hat einst der Dichter gedichtet, und versank ins "schwarze Träumen", ins Abgründige. Folgerichtig sei am Ende dieser Bildserie gesagt: ".. ach, dass es doch Tag wäre". Bildershow mit grandioser, unendlicher Orgel, wo nur noch eines stehen bleiben kann: das Gebet mit und durch die Orgel, te deum laudamus, der ambrosianische Lobgesang. Unser Abschied von einer Stadt, in die man sich liebendig verirrt hat. Bildershow mit der stärksten zeitgenössischen Orgelmusik, die überhaupt im letzten Quartal des vergangenen Jahrhunderts komponiert wurde: Péteris Vasks (1946) Te Deum (1991)

31.Okt.

erfolgreiche Abnahme unserer Arbeit in Bukarest: nach 15 Monaten und 2 Wochen Arbeit, ohne einen einzigen Tag Urlaub einzuschieben haben wir endlich den finalen Abschluss im Atheneum in Bukarest erreicht, der durch die Direktoren der Philharmonie  in Form einer Abnahme unterzeichnet vorliegt. Damit beschließen wir nun eine schwierige Zeit, die uns aber auch gewaltige Eindrücke verschafft hat. Die Stadt Bukarest wird mir in sehr kontrastreicher Erinnerung verbleiben, wobei mir die extremen Randbelichtungen die schönsten waren. Besonders zwei Dinge waren es, die mir unvergesslich bleiben werden: die ungewöhnlichen, alten Häuser, die eine erhabene Stimmung auch jetzt noch im Verfall ausstrahlen, und die interessanten menschlichen Kontakte.

Morgen erhalten wir das vom Atheneum herausgegebene Heft über die Orgel, das wir kostenfrei an alle Interessenten nächste Woche verschicken. Wer das noch nicht geordert hat, kann es hier kommentarlos anfordern: heft_bukarest@walcker.com

Siehe auch hierzu eine kleine Diashow mit Bilder aus der Orgel (heute und gestern) und etwas Orgelmusik von Nicolae Licaret aus der Orgel im Atheneum (ganz einfach zu steuern mit der Pfeiltaste rechts, nachdem man ein Bild angeclickt hat)

 

Dominique Merlet, namhafter Professor am Conservatoire National Supérieur de Paris und später am Genfer Conservatoire de Musique, ist Vortragskünstler und Musiker von absolutem Weltrang, und er hat heute unsere Orgel im Atheneum ausgiebig erprobt. In Paris gab er bis vor kurzem Orgelunterricht an der Alfred-Kern-Orgel von Notre Dame de Blanc-Monteamp (aus 1968). Hier ein paar MP3Takte von Merlet auf der neu eingerichteten Walcker-Orgel in Bukarest. Merlet kritisierte übrigens, dass in der Zimbel des Hauptwerks keine Terz enthalten ist! Ein Phänomen, das mich verwunderte, weil das ja ursprünglich typisch deutsch war, aber eben bei den orgelbewegten Instrumenten ab Mitte der Zwanziger Jahre überhaupt nicht mehr zum Tragen kam. Die Orgelbewegung war regelrecht terzenfeindlich. Ein Thema das unserem nächsten Blog gewidmet wird.

 

zum Thema "Stimmungssysteme" habe ich einige interessante Ergänzungen und Bestätigungen erhalten, und möchte dazu selbst noch ein paar Worte erläuternd hinzufügen: das Problem "Wind-Stimmungssystem" als gegenübergestellte Fragezeichen, ist natürlich jedermann, der sich mit Orgelproblemen beschäftigt hat, bekannt. Man klammert den mechanischen Wind einfach aus, weil es unangenehme (unbequeme) Fragen aufwirft. Aber wir werden es noch erleben, dass es da eine Bewegung geben wird, die "authentische" Windverhältnisse einfordert, bevor man zu konsequenten Stimmungssystemen übergeht. Das Letztere ist ja technisch einfacher zu realisieren und damit beschäftigen sich natürlich unsere götheborgschen Wissenschaftler mit höchster Energie, weil man hier wunderbar bequem mit dem Computer herumspielen kann und die zweihundert historischen Systeme brav ohne jeglichen Kontakt mit der Orgel in Tabellenform aufbereiten kann. Szientistischer Infantilismus - mehr ist das nicht. Eine durchkonstruierte Orgelwelt, die es nie gegeben hat.

Wenn heute durch Gewöhnungspraktiken an die Bild-und Hörflut eine ganz andere Generation von Musikhörern heranwächst, können wir es einfach nicht verantworten, für ein paar Spezialisten riesige Apparate herzustellen, für die kein Publikum mehr da ist. Außer, man setzt sich dem Verdacht aus, wie die Pharaonen, Pyramiden zu bauen, unter denen das Volk zu ächzen hat, weil in 3000 Jahren alle Welt diese Dinge bestaunen wird.

Daher ist zuerst einmal die Aufklärung über diese historische Kultur und ihr Wesen in den Schulen wieder mit entsprechender Priorität vorzunehmen - und nicht, wie es heute ist, dass man sich sagt, Ausbildung ist nur für die Wirtschaft da, alles andere soll sich jeder holen woher er es bekommen kann. Da haben wenigsten früher noch Religion und humanistisch gesinnte Menschen gewirkt  - doch das ist heute im Populismus restlos versumpft.

Das Hochjubeln von Wirtschaft und Wissenschaft durch alle Medien hindurch haben wir jetzt über ein halbes Jahrhundert erleiden müssen, mit dem Ergebnis, dass wir eine materialistische Generation an Nihilisten herangezüchtet haben, die außer Konsum und "Fun" absolut nichts mehr interessiert. Das ist der momentane Tiefstand der mitteleuropäischen Kultur. Das Pendel, so könnte man hoffen, wird wieder, wie immer in der Geschichte zurückschlagen, aber an die großen Geldausgaben gewohnt, an den täglichen bequemen Fernsehabend, an die geringst mögliche Leidensfähigkeit konditioniert, all das ist mit aktiver neuer Kultur nicht zu haben. Und daher wird der Ausschlag noch oben diesmal sehr dürftig ausfallen.

Die schrumpfende Sinuskurve (ein mathematisches Unding) würde ich als Symbol der heutigen Zeit einführen. (gwm)

29.Okt.

Die Finanzkrise und Rumänien: am Donnerstag den 30.Oktober gegen 13 Uhr haben wir hier Abnahme im Atheneum in Bukarest - und dann werden wir sehen wie weit die Finanzkrise schon in Rumänien vorgedrungen ist. Weiterer Ausblick: nach drei Tagen Deutschlandaufenthalt geht's weiter nach San José, Costa Rica während unsere Restmannschaft bereits Material für Guatemala produziert. Für alle, die dringende Angelegenheiten zu besprechen haben: ab 16.Dezember bin ich wieder reichlicher im Lande. (gwm)

 

ein Satz zur Diskussion über Stimmungssysteme: Schnitger und Silbermann haben doch auch im (Hamburger und Sachsen) Fußmaß gearbeitet. Sie haben nie einen elektrisch fabrizierten Wind gekannt – und dennoch macht sich keiner die Mühe alles im Fußmaß zu zeichnen (besser gesagt: zu proportionieren) oder das Wichtigste – viel prägnanter als Unterschiede in der Stimmung – den Wind über Muskelkraft zu erzeugen. Daran erkenne ich, wie idiotisch diese ganze Diskussion um die Stimmungssysteme im Kern ist. Denn der Unterschied zwischen mitteltöniger und temperierter Stimmung ist für einen Laien viel geringer wahrnehmbar als der Unterschied zwischen vom Elektromotor und Balgtreter betriebenem Wind.

 

Walze-Einstellungen bei romantischen Orgeln

Immer wieder fasziniert die fantastische, übergangslose Dynamik, wie z.B. bei der Berliner Domorgel, und wenn ein einziger Spieler mit dem Fuß registriert und dabei solche waghalsigen Crescendi und Decrescendi wie Heinz Wunderlich bei seiner Reger-Aufnahme es tat, geschehen, und man fragt sich, wie wurde dies bewerkstelligt. Zum einen natürlich war die ganze Disposition auf dieses Crescendo ausgerichtet, zum anderen haben die Intonateure dieses Kunststück vollbracht, indem sie die Eingliederung der Register in Lautstärke und Charakter ins Crescendo als wichtiges Klangelement beachteten. eine komplette Walzeneinstellung einer romantischen Walcker-Orgel aus 1915 mit 75/III (Rotterdam - Doesburg) zeigt, welche Feinheiten beachtet werden müssen - auf unserem WalckerBlog)

 

Das OB40er-Treffen bei Claudius Winterhalter haben wir schon etwas vorbesprochen auf unserer ersten Seite, aber jetzt kommt die  Show, nämlich die "Exhibition" des eigentlichen Geschehens mit Teilnehmer und Darsteller. Hier auf unserer Bildershow kann man so richtig alles nachfühlen und wiedererinnern: Alpirsbach und alle möglichen anderen Ortschaften, ich hoffe es fragt mich keiner nach einem Namen. Mit erster Orgelmusik aus Alpirsbach und einem italienischen Örgelchen in der Werkstatt Winterhalter - alles rein konzeptionell.

26.Okt.

Heilige Bilder der orthodoxen Kirchen Rumäniens - eine flash-Diashow (flashplayer erforderlich) der Sonderklasse, wie es sie bisher noch nie auf dem Big Web gegeben hat und wie ich meine in dieser Qualität auch nicht so schnell geben wird.  Absolutes Muß für Jeden, der sich für Kirche und ihre Kunst ganz allgemein interessiert. Jedes der 120 Bilder ist sorgsam ausgesucht und unterliegt meinem copyright - das aber nicht sehr restriktiv gehandhabt wird. Bei Interesse sende ich gerne das originale PS-Bild zu, das in der Regel zwischen 40 und 60 MB hat.

Warum orthodoxe Kirchenkunst? Gerade hier auf dem Balkan, der beim 3.Wiener Bezirk beginnt und kurz vor China endet, und der uns so seit fast 16 Monaten das Leben gehörig umgestaltet hat, hat sich eine von unserer Kirche ganz andersartige Kunst entwickelt, die mit ihrer Variabilität mit seiner Stilvielfalt im mittleren Abendland gegen die starren Farbfläche und unveränderlichen Farbschematas der Orthodoxie zu stehen scheinen. Die Statik der Orthodoxie aber fasziniert den "Postmodernler" weil da eben tausend Jahre und mehr Unveränderlichkeit im Raum steht.

Bild und Verzierung gehen zurück auf die byzantinische Kunst, die ihrerseits wiederum auf der griechischen und ägyptischen Kunst basiert, was man leicht sehen kann, da Formelemente direkt daraus kopiert erscheinen. Das Heilige dieser Bilder liegt also nicht in der Technik, im Neugeschaffenen oder in der Originalität, sondern hinter dem leicht zu greifenden, tiefen Glauben verborgen. Daher, so fragt man sich, wo kommt der her? Soll das alles Einfalt und Dummheit sein? Das wäre wohl eine sehr ungebildete, weil unbebilderte Antwort. Daher haben diese Bilder eine tiefe Wirkung, die sich nicht vordergründig klären lassen.

dazu ein erläuternder Hinweis: Sehr geehrter Herr Walcker, Eben habe ich mir die schönen Bilder Ihrer Diashow angeschaut und wollte Ihnen signalisieren, dass  der Flügelaltar mit seinen Tafeln und der geschnitzten Holzmadonna nichts mit der rumänischen Orthodoxie zu tun haben, ebensowenig  der geschnitzte Christus. Die orthodoxe Kirche lässt nämlich keine Statuen zu. Sie stammen aus einer siebenbürgisch-sächsischen, vormals katholischen Wehrkirche. Der Flügelaltar kommt übrigens aus der Werkstatt des Johannes Stoß, eines Sohnes des großen Veit Stoß, der sich in der ersten Hälfte des 16. Jhs. in Siebenbürgen (Schäßburg) niedergelassen hatte. Insgesamt sind 28 Flügelaltäre aus der Zeit der Spätgotik und Frührenaissance in den Siebenbürgischen Kirchen zu sehen. Einige von ihnen, aus verlassenen Dörfern, stehen jetzt im Bukarester Kunstmuseum (1), im Klausenburger Banffy-Palast (1), im Budapester Historischen Museum (1) und in der Schäßburger Bergkirche (4). Diese Flügelaltäre hätten allerdings ihre eigene flash-Diashow verdient.

 Mit freundlichen Grüßen, Alex Mihailescu

 

Orgelfahrt Schwäbisch Hall am 12.Nov 08: bei einer Orgelfahrt um Schwäbisch Hall geht es auch zu der Walcker-Orgel nach St. Michael (Pfeifenwerk teilweise aus 1835 von EFW) und zu einer Weigle aus 1875, II/22. Hier die Dispositionen und Programmablauf als PDF.

22.Okt.

Ergänzungen zu St. Vincent St. Paul, das konnte ich mir gut vorstellen, wird nun auf dem französisch-sprachigen Forum ORGANOGRAPHICA heftig diskutiert. Die Kegellade befindet sich im Grand orgue und nicht im Pedal. Wir haben deswegen neben der Dispo der Kegellade ergänzt und noch ein drittes Bild hochgeladen, dass die Orgel in ihrer ganzen Herrlichkeit als Orgelprospekt zeigt.  siehe http://blog.walckerorgel.de/

 

Orgelfest zu Ehren Walckers in der Friedenskirche, Ludwigsburg, wo eine Vorführorgel der Firma Walcker, die von gleicher Firma 1997 restauriert wurde, schön erhalten geblieben ist. Immer wieder mal hört man von einem schönen "Konzertle", das einzig Positive, das in der Stadt überhaupt noch an Walcker erinnert - das freut uns.

 

Boston, Opus 200, originale Spieltisch von EFW. Haben wir heute ein Foto von Herrn Dr. Thomas Lipski erhalten. Dieser Spieltisch ist natürlich bereits aufgeführt in unserer Spieltischseite, aber nicht als Foto sondern als Zeichnung. Nun kann man verlgeichen. Zu den vielerlei auf YOUTUBE gezeigten Filmchen, die diese Orgel darstellen, sei nur gesagt, dass der heutige Klang doch so meilenweit von den Intentionen des Meisters entfernt ist, dass sich kaum ein Reinhören noch lohnt. Das Beste was ich bisher gehört habe, ist und bleibt "Felix Hell - die sechs Mendelssöhner". Und unter der Darstellung der sechs Sonaten, ist immer noch Hell's Interpretation eine der besten. Der Klang der Orgel hingegen wird mehr und mehr zum Ärgernis.

 

WALCKERBLOG: Walckersche Kegelladen in St.Vincent de Paul - Paris?

Provokative Fragen stellt man immer dann, wenn es etwas ganz Außergewöhnliches zu befragen gibt. So die Kegelladen in St. Vincent de Paul, einer Aristide Cavaillé-Coll Orgel aus 1855, die ganz besondere Aufmerksamkeit schon damals im europäischen Orgelbau entfachte. Warum Walcker aber eine Auszeichnung aus Paris erhielt (aus dem Jahre 1856!), wird hier nicht weiter debattiert. Sondern wir zeigen die beiden Pläne dieser Orgel, die wenige Jahre nach dem Bau dieser Orgel in einem der wichtigsten deutschen Orgelbüchern erschienen sind: im Lehrbuch des Orgelbaus von Töpfer. Wer je im Unglauben war, dass man auf unserem Blog keine 2,5MB-Zeichnung zeigen könnte, wird hier eines Besseren belehrt.

 

Auch hier in diesem schönen Land gibt es Walcker-Orgeln, die ab und zu eine Pflege brauchen: Kolumbien. In Guatapé handelt es sich um eine Unit-Orgel mit 2 Reihen, die ein wichtiges Instrument für die Fratres ist, wie mir heute mitgeteilt wurde. Es handelt sich um Opus 2932, Baujahr 1951, die vor zehn Jahren aus Bogota hier her transportiert wurde. Mit Sicherheit sehr abenteuerlich - wie es uns die Pfeifen aus dem Prospekt entgegenrufen. Aber Sübamerika, das ist ohnehin klar, ist immer ein Abenteuer.

17.Okt.

Der Kampf mit dem Dämon geht langsam in seine Endphase. Wir sind bereits am 4.November auf dem Flug zurück nach Deutschland und wollen von dort an alle interessierten Orgelfreunde, Freunde der Walckerorgeln und was es sonst noch für begeisterte Leute rund um die Orgel gibt, ein kostenloses Heft verschicken, das über diese Orgel vom Atheneum Bukarest in Auftrag gegeben wurde. Diese Aktion ist begrenzt auf Anfang November. Eine geplante CD-Aufnahme wird erst ab Feb/März09 zur Verfügung stehen. Eine umfangreiche Dokumentation wird ebenso erst im Dezember hier auf unseren Seiten gemacht werden. Bitte das Heft nur unter der nachfolgenden Emailadresse anfordern; und falls jemand an einer rumänischen Version interessiert ist, bitte das vermerken: heft_bukarest@walcker.com

 

Es gibt Menschen, die können mit zwei Sätzen sagen, was andere in drei Büchern nicht auszudrücken vermögen. Einer dieser Menschen ist Jeremin Rifkin, der in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung die Finanzkrise, die Klimakrise und die Energiekrise, ihre Entwicklungen und ihre möglichen Auswirkungen analysiert. Dabei gelingt Rifkin eine tragische, furchtbesessene Schluss-Frage: "Schafft die Welt die Umkehr noch?" Ich meine: ja!, egal wie das Rennen auch ausgehen mag, am Ende muss da stehen: jetzt haben wir wieder mehr Orientierung an Geist und Ethik anstelle an äußeren Wertigkeiten. In jedem Falle gibt der Artikel sehr zu denken.

 

Blue hall Stockholm: Sehr geehrter Herr Walcker-Mayer, jetzt ist der Orgel fertig. Ein Grosses Dankeschön fuer Ihrer Hilfe! Die Ueberlassung von Firma Harrison zu Stockholmer Stadt hat am 8 Oktober stattgefunden und die Einweihung wird am 18 November um 18 Uhr anfangen. Die Einweihung wird leider nicht öffentlich, möglicherweise weil man die Kronprinzessin engagiert habe, und viele intressierte Leute werden keine Möglichkeit haben da zu sein. Ein grosser Irrtum denke ich.
Der Disposition steht bei Harrisons site und wenn Sie weiteres wissen wollen können Sie hier gern abhören. Falls Sie interessiert ist kann ich die Orgel Ihnen gern zeigen. Tonaufnahmunen kommen auch sicher, wenn, wann und was werde ich mitteilen. Mit den besten Wuenschen, Magnus Blix, Orgelbauer in Stockholm. Weiteres siehe  unserer Seite , Disposition der Orgel auf der Harrison Site
 

Walcker weckt landsmannschaftliche Gefühle Kirchheimer Förderverein Kirchenmusik auf großer Orgelfahrt nach Westfalen – zu Orgeln im Ruhrgebiet und im Münsterland: schöner Artikel des Teckboten

 

Dostojewski in Markgrönigen: im Rahmen unserer Kulturprojekte mit Russland, freut es uns, daß Herr Dimitrij Dostojewski für eine Woche unser Gast sein wird. Herr Dostojewski aus Sankt Petersburg (Urenkel von dem Schriftsteller Feodor Dostojewski)

 wird an 2 Abenden das Leben und Werk seines berühmten Vorfahren vorstellen. Unterstützt wird er von der Philologin Irina Romanowa, 

die eine hervorragende Kennerin der Klassischen russischen Literatur ist. Die Literarische Gesprächskreise finden am Mittwoch den 29.Oktober in Markgröningen im Wimpelinhof und 

am Donnerstag 30. Oktober im Kulturhaus in Großsachsenheim statt. Beginn beider Veranstaltungen um 19.30 Uhr  

Catharina-Pawlowna-Gesellschaft e.V. Ulrich Scheuffele, Neue Heimat 35, D-74343 Sachsenheim, Telefon 07046-7612  

13.Okt.

Schämt Euch: 500 Milliarden für deutsche Banken. Nicht einmal einen Tropfen davon schafft das Weltkapital um 1 Milliarde hungernde Menschen mit lächerlichen 14 Milliarden Euro am Leben zu halten. Hoffentlich wird unsere Gesellschaft einmal in Zukunft gründlich darauf hin bewertet werden - denn gegewärtig, wo jeder HansDampf seine eigene Gier zu befrieden sucht, wird man mit solcherlei Missständen kaum Aufmerksamkeit erreichen (da diskutieren wir doch lieber übers Fernsehprogramm mit Reich-Ranitzky) . Was wir jetzt sehen, das ist doch eine blanke Verarschung aller Humanität.

neuer Blog "Mixturen Bukarest" online, darin wird auch etwas über Intonationswerkzeug gezeigt.

atemlos: diesen Monat sind wir an der Fertigstellung unserer Arbeit in Bukarest, nächsten Monat, nach 3-4 Tagen Aufenthalt in Deutschland geht es nach Costa Rica. Die Einweihungsfeier in Bukarest findet im Feb. 2009 statt. Darauf folgt Reise nach Canberra/Australien.

Rudolf Walter: Der Orgelbauer Michael Engler d.J. Breslau, haben wir aus aktuellem Anlass aus ACTA ORGANOLOGICA 24 gescannt. Das gibt es als PDF (11,5MB) und als WORD.doc (3,8MB) ...unglaublich, diese Orgel wurde letztes Wochenende wieder eingeweiht, kein Mensch scheint interessiert zu sein! (PL)

SPANIENS ALTER ORGELBAU von Georges Arthur Hill gibt es als super Aufmachung, komplettes Buch, hier.

 

naturwissenschaftliche Standpunkt im Orgelbau: Wer von Fourieranalysen und Metallanalysen träumt, wer seine Maschinen mehr liebt als Orgelmusik, wer die kaufmännische Organisation seines Betriebes über die menschliche Perspektive stellt, alle diese Menschen haben ein Problem: ihre Handlungsweisen sind von einer naturwissenschaftlichen Analytik geprägt, die kalte Ratio vor der Wärme des menschlichen Handelns setzt, welche auch Irrationalität und den menschlichen Fehler mit einschließt. Gegen die ausschließliche Sichtweise einer rationalen Behandlung der Orgelkultur habe ich hier schön öfters Stellung bezogen, was aber viel Widerspruch erzeugt hat. Dazu einige Erläuterungen.

Ein Wissenschaftler - oder schlimmer noch ein pisastudienbehafteter Schüler, der ja fast nur noch mit den begrenzten Methoden der Naturwissenschaftler die Welt sehen soll, und daran mit Noten gemessen wird, betrachtet die Natur eben nur analytisch. Das Geheimnis, den Zauber, die "tausend versteckten Gespenster hinter allen Bäumen", "den kommenden Gott" sieht er nicht.

Wenn man einmal mit dem besten Schüler Nietzsches in Kontakt gekommen ist, mit Paul Feyerabend, einem Wissenschaftler und Philosophen, der nachgewiesen hat, dass auch alle Wissenschaft vom "Glauben" an ihre Methoden und Voraussetzungen (Aporien) lebt, und der sehr schön bewiesen hat, dass der einfältige Zwang zur Methode, "einfältiges" Wissen hervorbringt, dass vollständig a) konstruiert ist und b) einer simplen Perspektive unterlegt ist. Also von Zwecken und Motiven her gleitet wird (und nicht ab-solut, also losgelöst davon ist), was eben einem religiösem Fanatiker ebenbürtig ist. Dann wird man entdecken, dass das pauschale Ablehnen des wissenschaftlichen Standpunktes durchaus seine Berechtigung hat. Wobei ich gleich die Einschränkung mache, dass ich als Orgelbauer, die naturwissenschaftliche Sichtweise bei Bedarf durchaus einzuschalten bereit bin. Was ich verneine ist die ausschließliche Sehweise durch die wissenschaftliche Brille. Die Rede ist also für einen goetheschen Universalblick in die Natur und gegen Spezialistentum. Und diesen Blick wünsche ich mir besonders in die Natur der Orgel. Das folgert im jedem Falle Lebendigkeit und Vielfalt, alles was wir in Deutschland lange nicht mehr gesehen haben.

Hinzu kommt, dass der heutige materielle Nihilismus ein Ergebnis des wissenschaftlichen sehenden  Menschen ist. Wer nur Determiniertheit sieht, aber für die dahinter wirkende Kraft keine Aufmerksamkeit aufwenden will, der hat nur eine begrenzte Perspektive, die er auch am Sonntag abend beim Orgelkonzert nicht abschalten kann. Die Zwangsbrille ist immer dabei. Analytisches Orgelhören, wo man nach dem Konzert die Daten vergleicht und austauscht, das Langweiligste was es gibt.

Wer ständig mit verschmierten Gläsern die Welt betrachtet, oder wer nur über den Computer auf die Welt sieht, hat ein sehr dürftiges Weltbild und keine Ahnung welche Geister in Kunst und Religion wirken können.

Die große Horizonterweiterung in der deutschen Kultur war im 19.JH die auf die Kantsche Philosophie gefolgte Deutsche Romantik, die auch heute wieder die Chance hat, als kultureller Treibsatz in Mitteleuropa zu wirken. Diese Zeit der Deutschen Romantik war geprägt durch die Angst vor der Industrialisierung und der Technisierung - exakt die gleichen Voraussetzungen eben, wie wir sie heute wieder haben. Mindestens mit ein Grund, weswegen "Romantik" heute wieder aktuell ist. Leider wurde der Deutschen Romantik durch die Vereinahmung und Barbarisierung der braunen Proleten und Menschenschänder erheblich geschadet. Das wird nie mehr einen vorurteilsfreien Blick auf diese Kultur erlauben. Wir müssen praktisch immer bei der Bejahung dieser Romantik, unsere Distanz zu den Nazis dazu aufsagen. Und es hat so fast fünfzig Jahre nach dem Kriege gedauert, bis man sich wieder zur Romantik bekennen konnte.

Die Wiederkehr der Romantik, die gerade darin ihren Angelpunkt gefunden hatte, das man sich die Frage stellte: Fortschritt, gibt es das überhaupt? Um dann zur Antwort zu kommen, nicht das Neue, sondern das Alte, das Uralte sogar, hat uns weit mehr gebracht. Ein Denkmuster, das gerade im Orgelbau, leider Gottes, seine Grundstrukturen offenbarte, das aber diskussionsfähig bleibt. Denn, dass Alte ist immer, wir variieren es nur.  (gwm)

09.Okt.

San José, Kathedrale: vom 10.November bis 16.Dezember befinde ich mich zwecks Reparaturarbeiten in Costa Rica. Die Hauptarbeit wird in der Kathedrale in San José gemacht. Dies ist die größte Orgel des Landes. Es ist auch geplant an weiteren Instrumenten Arbeiten durchzuführen und natürlich wollen wir im Lande auch langfristig einen Orgeleinbau durchführen.  Vielleicht kommen wir dieses Jahr schon zu einem Durchbruch. In jedem Falle wird wieder eine umfassende life-internet-präsentation während dieser Zeit hier stattfinden. (SANJOSE_SCHYVEN).

Das macht natürlich Freude, schon wenige Stunden nach dieser Meldung auf unseren NEWS, Einladungen aus Costa Rica zu bekommen, Gloria Lehmann, Bosco Ramirez, Hans Miller, Mauricio Rojas und Orlando Vega, alles gut bekannte Orgelfreunde und begeisterte Helfer, die unsere Arbeiten im letzten Jahr tatkräftig begleitet haben und mir alle wichtigen Orgeln im Lande gezeigt haben. "It is the best news we have had this year"... sagt Orlando, und damit ist natürlich nicht nur Anerkennung, sondern auch eine hohe Erwartung mit verbunden. - Aber in jedem Fall wird es so nicht eine Reise ins Ungewisse, sondern ins "Wohl-Bekannte!" " We will make a lot of of journeys and touch all projects...", das soll die Devise sein, und nun aber zu den Abschlussarbeiten an unsere "Philharmonische".

Kettensäge und Luftkissen im Orgelbau: neuer Opus von Claudius Winterhalter in Alpirsbach. Nachdem die Walcker-Orgel im schwarzwälderischen Alpirsbach durch ein Übermaß an Watte klanglich erstickt wurde und diese Dame nun ihr gnädiges Rentenalter auf der "Insel der Seligen" in Guadalupe verbringen darf, wird nun nach 8 jähriger Vorplanung das Winterhaltersche Opus, das auf Luftkissen und mit von Kettensägen behandelter Brett-Bildkunst daher kommt, in nächsten Wochen und Monaten fertig gestellt. Wir, das heißt die Orgelbauer-Runde aus 1976, Max Offner mit Gattin, Uli Wahl (Mühleisen) und Gattin, Martin Pflüger und Gattin, Claudius Winterhalter, Peter Mönch und Gattin, Christhard Rensch mit Begleitung, Franz Heinze und Gerhard Walcker-Mayer waren an Ort und Stelle und haben das verwegene Unterfangen gründlich geprüft. Besonders auch das gegenüberliegende Brauhaus der  "Alpirsbach Klosterbräu". Hier erfolgt spätestens morgen ein etwas tiefer gehender Bericht. Hier als PDF

Mit unserer Wemmetsweiler Walcker-Orgel werden ab Feb.2009 vom CARUS-VERLAG beauftragte Einspielungen div. Werke von Rheinberger vorgenommen. Scheint so ganz langsam durchzudringen, dass hier ein brauchbares Instrument vorliegt. Wir wissen es längst.

Nachdrucke von Moser, Ellerhorst, Rupp etc. können wir aus Zeitgründen in den nächsten Monaten nicht mehr realisieren. Dafür werden wir ab Jan.2009 Oscar Walcker "Erinnerungen eines Orgelbauers", Moser und den Ellerhorst online als kostenfreies Pdf hier bereitstellen. Rupp " Entwicklungsgeschichte d. Orgelbaus" ist schon seit längerer Zeit hier online.

03.Okt.

 

Lexikon der Orgel - Orgelbau, Orgelspiel, Komponisten und ihre Werke, Interpreten, Herausgegeben von Hermann J.Busch und Matthias Geuting mit Geleitwort von Ton Koopmann - Subskriptionspreis- Auslauf am 30.Sept.2008 128,--Euro, Laaber-Verlag, 988 Stichworte, 148 Abbildungen, 906 Seiten

Kommentar: Für was braucht man einen Lexikon für Orgel? Dies war meine Frage vor einem Jahr, als ich das erste Mal mit diesem Schriftwerk konfrontiert wurde. Damals wurde ich vom Laaber-Verlag wegen einer weiteren Anzeigenschaltung dort für die 2.Auflage befragt. Über 200 Autoren haben an diesem Werk mitgearbeitet, vornehmlich aus Organisten-Sachverständigen- und Musikwissenschaftler-Kreisen. Wohl waren auch ein paar Orgelbauer darunter, aber der Kern des Lexikons ist nicht die technische Darstellung der Orgel in allen ihren Facetten  sondern der Orgelmusik und ihren Komponisten gewidmet. Für mich als Orgelbauer ist das Buch insgesamt eine ganz brauchbare Grundlage, um Orgelmusik zu hören und besser verstehen zu können. In diesem Bereich waren mir bisherige Lexikas (Riemann, MGG etc) einfach viel zu umständlich und zu komplex. Man kann dies als Hauptmotiv des Buches erkennen und so als gelungenen Wurf akzeptieren. Die von Eberlein dargestellten Orgelregister kommen zu kurz, und ich vermute, dass er im Laufe seiner Arbeit gesehen hat, dass es besser ist, gleich ein eigenes Buch in dieser Sache zu schreiben. (was ich schon vor längerem bestellt habe, und man wartet, und wartet) Über die Mixturen zu sagen, dass sie im 19.JH tendenziell etwas tiefer klingend waren, Terzchöre konnten konisch geformt sein, das ist zu wenige, weil auch Quinten konisch waren, und die verschiedenen Lagen bald im Fünfjahres-Rhythmus sich änderten. Hierzu wäre es natürlich dann auch interessant Carl Locher und Riemann im historischen Kontext mit zu beachten, die wichtige Aussagen über das Pfeifenwerk der romantischen Orgel gemacht haben. Zwei Kritikpunkte seien noch angemerkt, das Papier, es ist viel zu dick und macht den Wälzer unhandlich, und die völlig unnötigen Grafiken, schwarz-weiß verblichene Briefmarkengrößen, die jeder kennt und die so kaum Informationswert haben, und ein paar schreckliche Farbabzüge, die an erste Diapositiv-Versuche erinnern, hätte man sich sparen können. Das Ärgernis aber ist der Umstand, dass der "Anzeigenreigen" der Orgelbauer mit einer "Ahlborn-Anzeige" loslegt. Ohne Zweifel eine Peinlichkeit, die in der Korrumpiertheit des verantwortlichen Verlags zu suchen ist. Am Ende aber steht die Eingangsfrage: braucht man solch einen Lexikon überhaupt? Die unter einer Käseglocke zusammengetriebenen "Orgelfreunde", welche aus Organisten, Orgelbauern und Liebhabern bestehen, und die hoffen mit etwas fürs "Hobby" beiseite gelegtem Kleingeld einen begrifflichen Leitfaden für geistige Auseinandersetzung zu finden, werden enttäuscht sein. Keinerlei Hinweise auf Entwicklungen im CD-Bereich oder auf Datenbanken oder Multimediales an Orgelregistern oder gar Bewegungen auf dem Internet. Die akademische Nabelschau mit sehr viel Narzißmus angereichert, lässt nicht zu, eine Art "Orgel-Wikipedia" was eine Entwicklung sein müsste mit offenem Ende - also eine pluralistische Gruppe um die Orgel, die wieder Dynamik ins Instrument einfließen lassen könnte. Dafür kommen die alten selbstverliebten Hinterbänkler reichlich zu Wort, mit der immer selben abgeschmackten Fabulatur, wo der beengende Provinzialismus in allen Säurengraden aufblüht und leicht erkennbar ist in der Bevorteilung ganz bestimmter Orgelbauer und ihren begrenzten Perspektiven. Dieses Modell von "Orgel und Wissen" hat längst ausgedient. Man könnte auch sagen: dieses Modell hat dazu geführt, dass die Orgel heute keinen dynamischen Menschen mehr interessiert. (gwm)

ARS ORGANI - Heft 3, September 2008 -  Kommentar: Vor einigen Wochen erhielt ich eine Kopie einer CD-Kritik, wie sie im "organ-Journal" erschienen war, was mir zunächst den blanken Schrecken in die Knochen trieb: etwas Entsetzlicheres und Bösartigeres habe ich lange Zeit nicht mehr gelesen. Offensichtlich wollten sich Redaktion und Kritiker an einem "Label" rächen, weil ihnen dieses Label einen lukrativen Auftrag abspenstig gemacht hatte. Nun, so dachte ich mir, wenigstens haben wir noch unser "Ars Urgeli", das da etwas bescheidener und bedächtiger zu Wege geht. Falsch gedacht. Hier werden nur die Verschiebungen und Formierungen subtiler und feinsinniger koordiniert. Wenn man einen Artikel schreibt "Orgelbau in Rumänien 2008" und dabei die einzig in diesem Lande relevante Orgelbaumaßnahme dieses Jahres 2008 außer Acht lässt, weil sie nicht in die eingemachte Perspektive passt, so ist das zunächst einmal eine Informations-Lüge. Ich meine natürlich unsere Orgelrestaurierung im Atheneum in Bukarest. Diese Maßnahme ist nämlich sowohl finanziell wie umfangmässig die größte Orgelmaßnahme in Rumänien in 2008. So beschwört dieser Artikel auch eine inner-rumänische Orgelbau-Runde, aber mit keinem Wort wird erwähnt, dass es in Rumänien vor allem eine Menge an elektro-pneumatischen und pneumatischen Instrumente gibt, die durch fehldisponierte Ausbildung jener Orgelbauer nicht fachgerecht gewartet werden können. Da nützt es überhaupt nichts zwei, drei schöne Orgelbilder aus dem Karton zu zaubern und zu fabulieren, was man da alles toll machen könnte und wie schlecht die Kirchen und Bedingungen in Rumänien sind. Die eigene Begrenztheit lässt man wie eine faule Kartoffel unter den Tisch plotzen.

weiterer, bitterer Kommentar: Die Walcker-Orgel in der Evang.Friedenskirche zu Eupen. In das Klagelied zweier belgischer Orgelsachverständiger einzustimmen: eine Orgellandschaft wird fast vollständig eliminiert und ins Ausland verkauft. Begonnen hat alles mit der "Loret-Orgel" von Waterloo im Jahre 1973, ein sinnreiches Symbol: Belgien verkauft Waterloo. Einige Instrumente bleiben. Die Eupener Orgel hat zwei Dinge nicht verdient: a) die miserable Restaurierung und b) den beinahe noch miserableren Artikel von Dr. Vogt im "Urgeli". Die Firma Walcker stand 1907 nicht unter der Leitung von Paul Walcker und Eberhard sondern unter Oscar und Eberhard Walcker. Paul hatte inzwischen längst große Orgeln aufgestellt wie die des Berliner Doms bei der Firma Sauer. Ebenso ist der historische Abriss am Ende des Artikels fehlerhaft. Aber nun in medias res, wer die Funktionsweise solcher pneumatischer Instrumente nicht kennt, sollte mit Formulierungen sehr vorsichtig sein. Die "Zieharmonikabälge" sind ausschließlich flexible Anschlußstücke der Magazinbälge und keine Stoßfänger. Das Letztere fängt Windstöße auf und nicht die Mechanik des Magazinbalges. Diese Restaurierung bedeutet alles andere als eine Bereicherung der belgischen Landschaft. Der pneumatische Spieltisch ist eine Katastrophe, oder sagen wir, ein Experiment mit tödlichem Ausgang: statt Bleirohre finden sich da Plastikröhren, die aus ästhetischen Gründen mit Metallic Spray behandelt wurden. Die Optik ist umwerfend komisch und an fehlerhaften Vorlagen orientiert. Über eine solche Restaurierung redet man am Besten nicht. Wenn aber dann ein Artikel darüber erscheint, dann doch bitte in einer halbwegs durchrecherchierten Form. Die Auffassung, dass dieser Orgeltyp in Belgien nicht oft verbreitet ist, auch dies ist eine Falschinformation, weil Walcker vor dem Ersten Weltkrieg über 40 Orgeln nach Belgien gebaut. (Da kann man einige Kilometer an chirurgischen Plastikschläuchen verschaffen)

Also - armes Ars Urgeli, allein aus diesen zwei Artikel strahlt uns eine erbärmliche Perspektive entgegen, die alles andere ist, als aufglänzende, objektive Wahrheitsliebe. In Zeiten des ausklingenden Konstruktivismus (jeder konstruiert seine eigene Wahrheit) vielleicht nur "sehr seltsame Ansichten". Mir scheint aber, dass man, wie schon oben im "Lexikon" allen möglichen Mist zusammen zwingt, nur um in "seiner angestammten Klientel" zu verbleiben, und um nur keinen Pluralismus zuzulassen. Erstarrung - wie schön, dieser erstarrte Dauerton der Orgel im dauerhaft erstarrten Begriffskosmos. (gwm)

 

die hier folgenden News 3/2008-9/2008 sind in unserem Archiv abgelegt

 

Impressum : 

Besitzer : Orgelbau Gerhard Walcker-Mayer

G. Walcker-Mayer (gwm) gewalcker@t-online.de

Telefon 0049 6805 - 2974 oder 0049 170 9340 126

Telefax 0049 6805 91 3974