eingefügt 17.8.05

 

 

AQUINCUMI

ORGONA

Die römische Orgel

aus Aquincum

     
 

kleine Vorgeschichte

 
     

 

Im Jahre 1931 wurde eine Orgel aus dem Konsulatsjahr des Modestus und Probus (228n.Chr.) in Aquincum in der Nähe Budapests gefunden. Eine Steininschrift belegte Aquincum mit dem Attribut "Colonia splendidissima". Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn auch das kulturelle Leben dort damals auf einem hohen Niveau stattfand.

Diese Orgel in  Aquincum ist das einzige Instrument aus der Antike, von der so viele Teile gefunden wurde, dass daraus eine Rekonstruktion gebaut werden konnte. Das Instrument wurde im Jahr 228 von dem Ratsherrn Gaius Julius Viatorius dem Feuerwehrverein geschenkt. Im Jahre 294 fiel dann die ganze Siedlung einer Feuersbrunst zum Opfer. Die Leder- und Holzteile der Orgel verbrannten, die übrig gebliebenen Metallteile wurden von Prof. Lajos Nagy gefunden. In den 1930Jahren wurde von Angster Pécs eine Rekonstruktion gebaut. Die Klangwiedergabe stammt von diesem Instrument, das ganz unten dargestellt ist.

Von Oscar Walcker und später von meinem Vater Werner Walcker-Mayer wurden die dort in Aquincum gefundenen Orgelfragmente akribisch untersucht und es wurden mehrere Rekonstruktionen gebaut, die heute in verschiedenen Museen stehen. Und diese Rekonstruktionen können, das ist das Besondere, für die Musikdarstellung dieser Zeit herangezogen werden. Interessant ist natürlich auch die Darstellung der griechischen Musik, aus der  heraus ja das Instrument ursprünglich stammt.

Bei den Römern wurde die Orgel für profane Zwecke eingesetzt, so auch, wie es die obige Titel- Darstellung zeigt, als Begleitung zu Gladiatorenkämpfen.

Die hier angebotene Musik stellt etwas anderes dar: wir hören die Orgel in phrygischer Tonart, wir hören sie mit in altgriechischer Sprache vorgetragenem Gesang, die erste delphische Hymne, und wir hören eine der wenigen Melodien, die aus der Antike überhaupt erhalten ist, das Lied des Seikilos. Es lautet: "Freu dich des Lebens, solange Du lebst, und banne den Schmerz, Dein Leben ist kurz: Im Schoße des Chronos liegt Deine Vergänglichkeit.."

Hier also bläst uns eine über 2000 Jahre alte Kultur an, etwas Ferners und Fremdes werden wir so schnell nie mehr hören, und dazu ist dieser Vorläufer unserer Orgel eine echte "Schleifladenorgel", wie man auf der Schnitt-Zeichnung erkennen kann. (gwm)

 

 

 

 

 

 

 

Vitrine in Aquincum mit den gefundenen Einzelteilen

der römischen Orgel

 
 

Musik auf der ältesten Orgel der Welt:

die römische Orgel von Aquincum bläst uns an, als würde uns Orpheus selbst seine Quellen vortragen. Hier erstmalig und einmalig der Vortrag von Sebestyén Pécsi auf der römischen Orgel und Mária Werner, die ihm als Sopran in einer der wenigen aus der Antike überlieferten Melodien, im Lied des Seikilos beisteht. Ein Himmel tut sich auf. Beim ersten Hinhören gefroren mir die Sinne, es ist als ob tief aus dem Meer eine uralte Melodie zart erinnert, an alte Sagen. Die Broncepfeifen der Orgel haben Gambenmensur, dazu ist das Anblasgeräusch sehr intensiv, was durch die Konstruktion der Pfeifen bestimmt ist. Für ein neues Orgelprojekt haben wir spontan den Einbau einer Ktsebiospfeife 8' vorgeschlagen. Vergleichbare Instrumente, von Walcker rekonstruiert, kann man in den Museen in Mainz und Nennig hören. Vielleicht gibt es dort weitere Klangaufnahmen.

 

 
  Musikdarstellung auf der rekonstruierten Orgel von Aquincum  
  Das Orgelspiel stammt von Sebestyén Pécsi, der Gesang in altgriechischer Sprache gesungen  von Maria Werner  
     
  A   1.Orgelsolo in phrygischer Tonart 0'35' Aquinc_A.mp3
 

     2. Die erste delphische Hymne 2'47'

     
  B   1. Orgelsolo in dorischer Tonart  0' 34' Aquinc_B.mp3
 

     2. Lied von Seikilos 1'12'

Freu dich des Lebens, solange Du lebst, und banne den Schmerz, Dein Leben ist kurz: Im Schoße des Chronos liegt Deine Vergänglichkeit.."

       3. Die vier Tonarten 0'24'
     
  Hier das Instrument auf dem die Musik dargestellt wurde  
 

 

Impressum : 

Besitzer : Orgelbau Gerhard Walcker-Mayer

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